Wer in Deutschland es wagt, ein digitales Nahverkehrsticket samt QR-, Aztec- oder Ähnlichen druckbaren Codes auszudrucken, wird oft als Schwarzfahrer eingestuft – eine Straftat. Ein Amtsgericht sieht das laut einem Bericht der Frankfurter Allgemeinen Zeitung nun anders.
Weiß einer von den Bahnexperten, warum die so auf die App pochen? QR-Code ist ja QR-Code und damit medienunabhängig. Warum zieht man da also als Bahnunternehmen vor Gericht, um gegen Papierausdrücke vorzugehen?
Das D-Ticket war schon ganz von Anfang an als “rein digitales Ticket” von oben vorgeschrieben, darf also nur entweder in einer App oder auf Chipkarte verkauft werden.
Anfangs waren aber Papierausdrucke noch übergangsweise überall geduldet.
Dem wird allerdings bald die Methode mit den kopiergeschützten (sich schnell ändernden) Barcodes entgegenstehen.
Und wenn das überall eingeführt ist (und sobald man danach dem Fahrgast nachweisen kann oder unterstellen darf, dass er das auch verstanden hat), vermute ich stark, dass man die Frage der Betrugs-Absicht bei ausgedruckten Barcodes ganz neu zu bewerten hat.
Laut Artikel war es nicht so, sondern der Fahrgast hat bloß gegen die Vertragsstrafe “erhöhtes Beförderungsentgelt” geklagt, und das ging durch ein paar Instanzen.
Im Übrigen würde ich den Artikel aber mit großer Vorsicht genießen, weil IMHO recht viele falsche Behauptungen drin stecken.
Meine Vermutung: Es könnte ja eine Kopie sein.
Sowas zu überprüfen wäre machbar, das wäre aber aufwand also wälzt man es auf die Kundschaft ab.
hm? ich glaube das stimmt so nicht: die tickets enthalten in der regel deinen namen und dein geburtsdatum, also ist es kein problem zu überprüfen ob das wirklich dein ticket ist.
https://zügli.app/
https://www.bahn.de/faq/pk/angebot/regionale-angebote/deutschland-ticket/nutzung
meines wissen nach gibt es keinen technischen grund warum das ausgedruckte ticket weniger gültig sein sollte als das auf dem handy.
Wenn ich jetzt meinen Perso zeige und mein Bruder meinen Führerschein, dann reicht es vermutlich wenn wir bei der Kontrolle nicht direkt nebeneinander sitzen.
Falls überhaupt nach einem Lichtbildausweis gefragt wird. Erfahrungsgemäß ist das nicht so oft der fall.
Hat dein Brudi also das gleiche Geburtsdatum wie du UND den gleichen Vornamen?? 🤷♂️
Reicht nicht. Wenn derselbe Barcode zweimal kontrolliert wird, fliegt das sofort auf.
“Aber Herr Kontrolleur, ich war das doch, der sich gerade vor 47 Sekunden an Ihren 160 Kilo vorbeigedrängt hat. Haben Sie mich denn nicht bemerkt?” 😜
Muss er ja nicht, solange er mein Ausweisdokument herzeigt und es halbwegs plausibel ist.
Wenn das so ist, gäbs ja überhaupt keinen grund codes auf Papier zu verbieten.
korrekt.
aber das gleiche problem hast du auch, wenn der qr code auf einem handy-display dargestellt wird.
Stimmt.
Die Apps der DE-Ticket Anbieter müssten dann das einloggen auf mehreren Geräten gleichzeitig unterbinden. Das tun bestimmt die wenigsten.
Eben. Es können ja beide mit dem gleichen Account auf unterschiedlichen Geräten eingeloggt sein.
Nope. Zumindest die DB App lässt das Ticket nur auf einem Gerät pro Account zu. Ohne, dass du du das bei Gerät A entfernst, kann es nicht auf Gerät B geladen werden.
Also ich konnte mein Ticket parallel in meiner regionalen Nahverkehrsapp als auch im DB Navigator hinzufügen.
Oha. Was tut da der Kunde, dem sein Handy gestern kaputtgegangen ist? Bis zum Monatsende nicht mehr zur Arbeit fahren?
Joa. Genau das selbe, was du auch machen musst, wenn du keinen Akku mehr hast, oder die DB App nicht mehr will.
Du kannst doch den selben QR-Code auch in jeder beliebigen Wallet-App haben.
Seit 1.1. sollten eigentlich alle D-Tickets als Barcode kopiergeschützt sein, damit geht nichts mehr ohne App. Papierausdruck bringt dann sowieso nix, weil der spezifische Barcode eh nur ein paar Sekunden gültig ist.
Praktisch funktioniert das natürlich nicht, weil die meisten Verbünde und VU das nicht bis dahin umgesetzt bekommen haben und weil einige unbedingt D-Tickets auf Basis UIC durchdrücken mussten, das den Kopierschutz nicht unterstützt.