Was für ein Blödsinn. Ich zahle doch genau dafür schon Steuern, dass das Sozialsystem mich auffängt, wenn ich keine Arbeit finde bzw. nicht arbeiten kann. Das ist doch meine Gegenleistung fürs Arbeitslosengeld, in welcher Form auch immer. Das ist der Grundsatz vom Land in dem ich lebe, das wir für einander aufkommen und einstehen. Wenn er Leute braucht, die für öffentliche Gelder Schnee schippen, kann er einfach eine öffentliche Stelle ausschreiben - das wäre sogar ein WinWin auf dem Arbeitsmarkt, idealerweise findet damit jemand einen Job aus der Arbeitslosigkeit und ist damit auch aus der Statistik raus. Da muss kein neues Werkzeug her, wir haben genau das was er will schon, nur eben mit weniger denunzierenden Formulierungen.
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die arbeiten könnten, aber nicht arbeiten gehen
🙄
Ja, Schulze, so funktioniert das. Die müssten nur morgens aus dem Haus gehen, da liegt die bezahlte Arbeit ja nur so rum!
Auf dem Weg zum Supermarkt alleine versuchen mindestens fünf Firmen mich anzustellen. Da stehen bettelnd die CEOs in ihren Anzügen und halten mir Arbeitsverträge unter die Nase, passend zu meinen Qualifikationen und meinem Wohnort. KiTa-Plätze haben sie auch noch dabei, damit ich nicht Lifestyle-Teilzeit machen muss.
Das muss doch für Arbeitslose genauso sein!
Die Gegenleistung wird bereits täglich erbracht und besteht darin, dass nicht ein Heer aus Millionen wütenden und hungernden Menschen die Paläste der Reichen niederbrennt.
Die verstehen irgendwie nicht, wofür das Bürgergeld da ist und was eigentlich der Wunsch der Bürgergeldempfänger ist. Leibeigenschaft vermutlich eher nicht.
Lieber auf allen Bürgergeldempfängern herumhacken, als einen Reichen zu besteuern.
Die 5 Bürgergeldempfänger, die einen auf einen faulen Lenz machen, bestrafen wollen und alle anderen, die aus Gründen, wie körperlicher oder geistiger Versehrtheit oder Carearbeit Bürgergeld beziehen, gleich mit in den Topf schmeißen.
Vergiss nicht die Anzahl an minderjährigen Empfänger/Schülern. Ganz schön asozial einfach ins falsche Elternhaus geboren worden zu sein.
Eine Voraussetzung für Bürgergeld ist, dass man mindestens 3 h täglich arbeitsfähig ist - andernfalls wäre die Rentenversicherung zuständig.
Theoretisch tut diese Forderung also nicht “alle anderen, die aus Gründen, wie körperlicher oder geistiger Versehrtheit oder Carearbeit Bürgergeld beziehen, gleich mit in den Topf schmeißen.” - weil sie, wenn sie nicht arbeiten könnten, nämlich gar keinen Bürgergeldanspruch haben. Carearbeit zählt auch nicht - ist ein Skandal, zur Zeit aber die Rechtslage.
In der Praxis hast du natürlich recht, weil ein Großteil der Bürgergeldempfänger, die ich kenne, tatsächlich eigentlich Erwerbsunfähigkeitsrente kriegen müssten, diese aber nicht kriegen.
Für die “echten” Bürgergeldempfänger - also die tatsäghlich arbeitsfähigen Langzeitarbeitsloesen - finde ich diese Forderung theoretisch sogar als Teil eines umfassenden Rehabilitationsprozesses wichtig - wer > 1 Jahr aus dem Arbeitsprozess raus ist, hat kaum Chancen, wieder rein zu kommen. Das Problem ist, das das die absolute Minderheit ist, weil unser Sozialsystem die, die auf es angewiesen sind, krank und arbeitsunfähig macht. Und wenn Schulz seine Idee mit Druck und Kürzungen durchsetzen will, macht er die letzten arbeitsfähigen Bürgergeldempfänger auch noch kaputt.
Was immer zu kurz kommt bei dieser Debatte: wenn diese Menschen tatsächlich so “faul” sind wie ihnen unterstellt wird: Wer soll die denn einstellen? Wo sollen die arbeiten? Und noch so, dass sie nicht aufstocken müssen. Bleibt wohl nur eine Karriere als Politiker. Aber so tief wollen diese Menschen dann wohl doch nicht sinken.
Ich hab tatsächlich schon mehrfach drüber nachgedacht, in die Politik zu gehen. Nur leider könnte ich da wahrscheinlich nicht den produktiven Beitrag leisten, den ich gerne erbringen wollen würde, weil mir zu viele Torfköppe wie dieser Ministerpräsident die Arbeit unnötig schwermachen würden.
Geht mir auch so. Am meisten hasse ich diese hidden agenda.
Jo. Ich habe kein Problem damit, mit Menschen über mögliche Problemlösungsstrategien zu diskutieren, wenn wir auch wirklich das gleiche Problem lösen wollen, oder uns zumindest ehrlich einig darüber wersen wollen, wo denn wirklich die Probleme und Ursachen liegen.
Aber mit Menschen zu diskutieren, die ganz andere Vorstellungen haben, was denn tatsächlich Probleme sein könnten, oder denen gar nichts an einer Problemlösung liegt… Nope, da bin ich alleine durch den bloßen Gedanken daran schon wieder halb im nächsten Burnout.
Für die “echten” Bürgergeldempfänger
Die meisten Bürgergeldempfänger*innen arbeiten. Entweder stocken sie auf, weil der Ausbeuterbetrieb, bei dem sie angestellt sind, zu wenig zahlt, oder sind oft in Teilzeit, weil sie Angehörige pflegen oder Kinder erziehen müssen.
finde ich diese Forderung theoretisch sogar als Teil eines umfassenden Rehabilitationsprozesses wichtig - wer > 1 Jahr aus dem Arbeitsprozess raus ist, hat kaum Chancen, wieder rein zu kommen.
Du hast zwar Recht damit, dass viele sich nach langer Arbeitslosigkeit erstmal wieder an einen Standardarbeitstag gewöhnen müssen. Aber dafür dürfte sich die geforderte Maßnahme kaum eignen. Angebrachter wäre es, über einen gewissen Zeitraum (der auch abhängig von der Dauer der vorherigen Arbeitslosigkeit sein sollte) die Tages- und Wochenarbeitszeit Stück für Stück zu erhöhen, ähnlich wie es auch nach einer längeren Krankheit der Fall ist. Dabei kann ja zur Unterstützung weiter Bürgergeld gezahlt werden, damit der AG kein “Vollzeitgehalt an Minijobber” zahlen müsste (so würde das auch kaum ein AG mitmachen) und das Gehalt könnte mit der Arbeitszeit steigen, während das Bürgergeld entsprechend über die Zeit “ausgeschlichen” wird.
Au ja, lasst uns auch direkt Armenhäuser einführen. (\s)
Da faselt der was von “sozialer Gerechtigkeit” geht/sprich aber die echte soziale Ungerechtigkeit nicht an… Ziemlich assig von ihm.
Ich finde nicht, dass er Unrecht hat. Aber es ist wieder mal ein Ablenken von der ausgesetzten Reichensteuer.
Ja, nee, doch, er hat unrecht. Zwangsarbeit und alles in der Nähe von Zwangsarbeit ist fürn Arsch, es hilft auch nicht dabei, Menschen Jobs zu vermitteln, es ist schlicht die Ausbeutung der schwächsten Mitglieder der Gesellschaft und es widerspricht jedem Gedanken einer Solidargemeinschaft.
Und komm mir gar nicht erst mit “in der sozialen Hängematte zu faulenzen widerspricht auch dem Gedanken der Solidargemeinschaft,” das ist eine unhaltbare Unterstellung, eine Pauschalisierung aller Arbeitsloser, und auch wenn man das auf die Handvoll eingrenzen würde, die vielleicht tatsächlich so drauf sein könnten (wobei ich von der Existenz solcher Menschen absolut nicht überzeugt bin), wäre das immer noch eine Kollektivstrafe, die in einem Modernen Gerechtigkeitsverständnis keinen Platz hat. Als Vergleich bemühe ich da mal den Justizgrundsatz, dass man lieber tatsächliche Straftäter laufen lassen soll, bevor man einen unschuldigen Menschen verurteilt, und übertrage ihn auf das Sozialsystem: lieber ein paar Menschen helfen, die die Hilfe vielleicht nicht so dringend benötigt hätten, als einem Menchen die Hilfe zu verweigern, der sie wirklich gebraucht hätte.Gleichzeitig scheut man weder Kosten noch Mühen, diesen Menschen das Leben schwer zu machen, was letzten Endes erwiesenermaßen nichts bringt. Hier denkt keiner an das Argument “viel zu kompliziert und aufwändig” - aber es gibt Berechnungen dazu wieviele Millionen (!) jeder zusätzliche Steuerfahnder brächte.
Name passt
Oh doch, er hat unrecht. Solche “gemeinnützige” Arbeit vernichtet über Kurz oder Lang echte Arbeitsplätze. Selbst wenn es Bereiche sind, in welchen Arbeitskräftemangel herrscht ist es problematisch, schließlich werden diese dann nur auf allerniedrigstem Nieveau bezahlt.
In der Niederlande funktioniert das offenbar sehr gut.
https://www.domradio.de/artikel/niederlande-verpflichten-arbeitslose-zum-gemeinschaftsdienst
Ich denke es würde auch das „Wir“ Gefühl stärken und hat ein viel besseres Verhältnis zur eigenen Gemeinschaft.
Was heißt „gut funktionieren“? Ja, das System existiert, ja, ein Teil muss ein Gegenleistung schaffen. Betrug verhindert es nicht signifikant, und die Gegenleistung ist oft wirtschaftlich nicht rentabel.
Übrigens ist Bürgergeld (oder wie man es diese Woche nennt) in den Niederlanden ca. €1500 pro Monat.
Was heißt „gut funktionieren“? Ja, das System existiert, ja, ein Teil muss ein Gegenleistung schaffen. Betrug verhindert es nicht signifikant, und die Gegenleistung ist oft wirtschaftlich nicht rentabel.
Nur so aus Neugier und für eigene Argumentationsmittel, hast du dafür ne Quelle?
https://www.aup-online.com/content/journals/10.5117/TVA2023.4.005.ELEV
Über gezwungen Gegenleistung.
https://nl.wikipedia.org/wiki/Toeslagenaffaire
Auch relevant, obwohl nicht spezifisch über Bürgergeld.
Der Artikel beschreibt ein Anfang 2015 eingeführtes System - im Februar 2015. Da kann man wohl kaum Langzeitfolgen abschätzen. Ich tue mich aber schwer etwas neues zu diesem Thema zu finden.
Genau - es ist eine Frechheit in diesem Zusammenhang einen 10 Jahre alten Artikel kurz nach der Einführung der Maßnahme zu posten. Hier wäre ein aktueller, wissenschaftlicher Artikel nötig, der zeigt, was das gebracht hat
Er hat auch unrecht!
Weil? Einfach so?










