• Kornblumenratte@feddit.org
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    8 hours ago

    Eine Voraussetzung für Bürgergeld ist, dass man mindestens 3 h täglich arbeitsfähig ist - andernfalls wäre die Rentenversicherung zuständig.

    Theoretisch tut diese Forderung also nicht “alle anderen, die aus Gründen, wie körperlicher oder geistiger Versehrtheit oder Carearbeit Bürgergeld beziehen, gleich mit in den Topf schmeißen.” - weil sie, wenn sie nicht arbeiten könnten, nämlich gar keinen Bürgergeldanspruch haben. Carearbeit zählt auch nicht - ist ein Skandal, zur Zeit aber die Rechtslage.

    In der Praxis hast du natürlich recht, weil ein Großteil der Bürgergeldempfänger, die ich kenne, tatsächlich eigentlich Erwerbsunfähigkeitsrente kriegen müssten, diese aber nicht kriegen.

    Für die “echten” Bürgergeldempfänger - also die tatsäghlich arbeitsfähigen Langzeitarbeitsloesen - finde ich diese Forderung theoretisch sogar als Teil eines umfassenden Rehabilitationsprozesses wichtig - wer > 1 Jahr aus dem Arbeitsprozess raus ist, hat kaum Chancen, wieder rein zu kommen. Das Problem ist, das das die absolute Minderheit ist, weil unser Sozialsystem die, die auf es angewiesen sind, krank und arbeitsunfähig macht. Und wenn Schulz seine Idee mit Druck und Kürzungen durchsetzen will, macht er die letzten arbeitsfähigen Bürgergeldempfänger auch noch kaputt.

    • ctenidium@lemmy.world
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      6 hours ago

      Was immer zu kurz kommt bei dieser Debatte: wenn diese Menschen tatsächlich so “faul” sind wie ihnen unterstellt wird: Wer soll die denn einstellen? Wo sollen die arbeiten? Und noch so, dass sie nicht aufstocken müssen. Bleibt wohl nur eine Karriere als Politiker. Aber so tief wollen diese Menschen dann wohl doch nicht sinken.

      • CyberEgg@discuss.tchncs.de
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        6 hours ago

        Ich hab tatsächlich schon mehrfach drüber nachgedacht, in die Politik zu gehen. Nur leider könnte ich da wahrscheinlich nicht den produktiven Beitrag leisten, den ich gerne erbringen wollen würde, weil mir zu viele Torfköppe wie dieser Ministerpräsident die Arbeit unnötig schwermachen würden.

          • CyberEgg@discuss.tchncs.de
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            5 hours ago

            Jo. Ich habe kein Problem damit, mit Menschen über mögliche Problemlösungsstrategien zu diskutieren, wenn wir auch wirklich das gleiche Problem lösen wollen, oder uns zumindest ehrlich einig darüber wersen wollen, wo denn wirklich die Probleme und Ursachen liegen.
            Aber mit Menschen zu diskutieren, die ganz andere Vorstellungen haben, was denn tatsächlich Probleme sein könnten, oder denen gar nichts an einer Problemlösung liegt… Nope, da bin ich alleine durch den bloßen Gedanken daran schon wieder halb im nächsten Burnout.

    • CyberEgg@discuss.tchncs.de
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      6 hours ago

      Für die “echten” Bürgergeldempfänger

      Die meisten Bürgergeldempfänger*innen arbeiten. Entweder stocken sie auf, weil der Ausbeuterbetrieb, bei dem sie angestellt sind, zu wenig zahlt, oder sind oft in Teilzeit, weil sie Angehörige pflegen oder Kinder erziehen müssen.

      finde ich diese Forderung theoretisch sogar als Teil eines umfassenden Rehabilitationsprozesses wichtig - wer > 1 Jahr aus dem Arbeitsprozess raus ist, hat kaum Chancen, wieder rein zu kommen.

      Du hast zwar Recht damit, dass viele sich nach langer Arbeitslosigkeit erstmal wieder an einen Standardarbeitstag gewöhnen müssen. Aber dafür dürfte sich die geforderte Maßnahme kaum eignen. Angebrachter wäre es, über einen gewissen Zeitraum (der auch abhängig von der Dauer der vorherigen Arbeitslosigkeit sein sollte) die Tages- und Wochenarbeitszeit Stück für Stück zu erhöhen, ähnlich wie es auch nach einer längeren Krankheit der Fall ist. Dabei kann ja zur Unterstützung weiter Bürgergeld gezahlt werden, damit der AG kein “Vollzeitgehalt an Minijobber” zahlen müsste (so würde das auch kaum ein AG mitmachen) und das Gehalt könnte mit der Arbeitszeit steigen, während das Bürgergeld entsprechend über die Zeit “ausgeschlichen” wird.