Autoverkehr reduzieren geht: „Autoparkplätze weichen Fahrradwegen, 30er-Zonen und eine bevorzugte Ampelschaltung für Fahrräder und Öffis erhöhen den Verkehrsfluss: Mit dem Plan Vélo legte der Anteil der mit dem Fahrrad zurückgelegten Kilometer in Paris in sechs Jahren von drei auf elf Prozent zu.“



Also das wird hier wieder runtergewählt werden aber ich sag’s weil ich’s mir denke:
Es ist durchaus problematisch, einfach zu sagen “wir müssen weniger Auto fahren” weil das ist Autoritär und schlecht begründet. Je höher die Siedlungsdichte, desto mehr macht es Sinn allen Transport über Öffis abzuwickeln. Am Land macht das unterhalb einer gewissen Besiedelungsdichte keinen Sinn. Wenn man hier nicht irgendwo ne Grenze zieht, läuft man gegen ne Wand.
Zweitens ist der E-Verkehr (egal ob Öffis oder E-Auto) gut, aber erst sobald ein Großteil des Stroms aus Erneuerbaren kommt. Es macht nämlich keinen Sinn, Kohle und Gas zu verheizen um dann im E-Auto zu sitzen. Daher machen E-Autos den meisten westlichen Regionen der Welt erst ab so ca. 2032 Sinn (prognose 30% Strom kommt aus Sonne und Wind). (Ich weiß E-Autos werden auch nicht vom Artikel gefordert. Ich sag’s trotzdem weil’s relevant ist.)
Drittens, meine Schwierigkeiten mit Fahrrädern hab ich hier vor ein paar Wochen schon mal geschildert. Das ist Ableismus. Es vermutet, dass jeder Mensch körperlich fit genug ist um Fahrrad zu fahren. Das ist illusorisch. Dazu kommt dass ein Sturz vom Fahrrad deutlich gefährlicher ist als ein Sturz zu Fuß. Und das liegt nicht nur am nahen Auto-Verkehr, sondern auch an den anderen Fahrrädern (Möglichkeit von Kollisionen mit Gefahr überfahren zu werden) und der höheren Sturzhöhe/höheren Geschwindigkeit. Dazu kommt, etwas weniger ernst, dass ich keine Lust habe mir dauernd zu merken wo ich mein Fahrrad diesmal abgestellt habe. Das vergesse ich nämlich durchaus im Wirbel des Abends und ich denke, das geht nicht nur mir so. Dazu kommt die Wetterabhängigkeit. Vor einer Woche gab’s hier einen Artikel darüber dass es einfach gefährlich ist bei Eis und Schnee mit dem Rad zu fahren. hier. Kommt von nem Chirurgen der sowas wohl wissen wird. Gefahr von Hüftbrüchen. Und das wird hier einfach übergangen, so als ob da nichts wäre. Leute, so schaut echte Wissenschaftsleugnung aus. Wenn es klare Studien gibt, die sagen, das Fahrrad ist gefährlich bei Eis und Schnee und dann kommentieren Leute “ach Quatsch, ich mach das auch, mir ist noch nie was passiert”.
Da hast du leider etwas nicht verstanden: Selbst im aktuellen Strommix sind eAutos klimafreundlicher. Etwas Mathe gefällig? Braunkohlestrom als wohl schlimmste Stromerzeugungsart produziert 400gr/CO2 pro kWh. Ein eAuto fährt mit so 15kWh/100km, kommt also dann auf 6kg CO2. Benzin hingegen produziert beim Verbrennen eines Liters gleich 2,37kg CO2. Du müsstest also mit 2,5l/100km fahren, um gleich klimaschädlich unterwegs zu sein wie dein Braunkohle-Elektroauto.
Die Rechnung wird aber schnell sehr viel schlimmer: Der deutsche Strom wird ja nur zu einem kleinen Teil aus Braunkohle produziert. Wir haben jetzt schon über 50% erneuerbare im Netz. Benzin setzt CO2 ja nicht nur bei der Verbrennung frei, sondern auch z.B: durch die Förderung. Wenn wir bei eAutos die schlimmstmögliche Produktionsweise annehmen, müssen wir bei Benzin auch die kanadischen Teersande als Basis nehmen und dann wird es duster. Öl/Benzin muss auch noch transportiert werden und so weiter und so fort.
Und noch dazu kommt das Benzin auch nicht emissionsfrei in deinen Tank, sondern wird um die halbe Welt verschifft.
Da steht doch “weniger” Autofahren, nicht “kein” Autofahren mehr. Und das erreichst du mit
Was genau stört dich daran?
Den Ausbau von Fahrradinfrastruktur nicht zu befürworten, weil du darin Ableismus siehst, ist schon sehr kreativ, das hat wirklich nichts miteinander zu tun. Klar wird das runtergewählt. (Edit: Im Gegenteil, die Rote-Kreuz-Fahrzeuge kommen bei weniger Verkehr und beweglichen Modalfiltern besser durch die Stadt. Tempo 30 erhöht die Sicherheit und Lebensqualität für alle. Eingeschränkte Personen werden nicht zum Autofahren gezwungen, was die Sicherheit auf den Straßen weiter erhöht.)
Die Chirurgen, die zustimmen, dass Fahrradfahren bei vereisten Wegen gefährlich ist, würden sicher zustimmen, dass man das Problem mit geräumten Wegen lösen kann. Und jeder Arzt würde sicher zustimmen, dass es dem durchschnittlichen Bürger gesundheitlich besser gehen würde, wenn mehr Fahrrad statt Auto gefahren würde.
Und E-Autos machen jetzt schon total Sinn (weniger bewegliche Teile, Lärmreduzierung, weniger Abhängigkeit von Öl, etc.), aber viel wichtiger wäre es, die Anzahl der Autofahrer zu reduzieren.
Warum man weniger Autoverkehr haben sollte ist schon oft und breit diskutiert worden. Nicht jeder Artikel zum Thema muss erneut bei Karl Benz anfangen.
Es ist teuer, laut, gefährlich, Platzverschwendung, schadet Gesundheit und Umwelt, etc
Du wirst runtergewählt, weil du Schwachsinn von dir gibst.
Abgesehen davon, dass dein zweiter Absatz nichts mit “weniger Autos” zu tun hat und deine Rechnung auch noch falsch ist, argumentierst du die ganze Zeit als würden Autos komplett verboten werden und alle müssten Fahrrad oder Öffi fahren. Thema verfehlt, setzen sechs.
Auch wenn ich dir inhaltlich komplett zustimme, wäre eine andere Wortwahl besser geeignet für die Debatte.
Wenn Mensch die letzten 40 Jahre mit dem Fahrrad zur Arbeit gefahren wäre statt wirklich den ganzen Tag zu sitzen und viel zu wenig Sport zu treiben, wäre Mensch auch jetzt vmtl. körperlich fit genug, um Fahrrad zu fahren. Hier geht es ja nicht nur um den ist-Zustand, sondern auch um eine positive Gesellschaftsentwicklung in der Zukunft.
Und wer das wirklich nicht möchte, darf ja auch gerne Auto fahren. Die Kosten die dabei entstehen können dann selbst getragen werden statt sie auf die Allgemeinheit auszulagern.