Im Südwesten von Berlin ist am Samstagmorgen in weiten Teilen der Strom ausgefallen. Rund 45.000 Haushalte in Nikolassee, Wannsee, Zehlendorf und Lichterfelde sind betroffen. Grund für den #Stromausfall war eine brennende Kabelbrücke über den Teltowkanal, nahe des Kraftwerks Lichterfelde. Die Polizei ermittelt nun wegen Verdachts auf Brandstiftung - es gibt mittlerweile ein Bekennerschreiben, das geprüft wird. Die Störung könne für viele Betroffene womöglich bis Donnerstag andauern.

Edit: Mittlerweile hat sich die linksextreme “Vulkangruppe” zu dem Anschlag bekannt - zur Diskussion auf deutschland@feddit.de

Das mutmaßliche Bekennerschreiben der Vulkangruppe kann man bei der BZ lesen.

  • quatschkopf43@feddit.org
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    3 days ago

    Ich finde es unverantwortlich, dass hier aufgrund des Bekennerschreibens direkt von Linksextremismus ausgegangen wird ohne auch nur den Verdacht auf eine mögliche Einflussnahme Russlands zu äußern. Nennt mich paranoid, aber das passt für mich perfekt ins Schema.

    • lichtmetzger@discuss.tchncs.deOP
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      3 days ago

      Mittlerweile hat sich wohl die “Vulkangruppe” zu dem Anschlag bekannt und Details zum Vorgehen in ihrem Schreiben benannt, die auch zur Tat passen. Das ist tatsächlich eine bekannte linksextreme Gruppe, die 2021 schon auf der Baustelle des Tesla-Werks Brände gelegt haben.

      Hier stehen ein paar Details (Achtung, geht zum Tagesspiegel).

      „Wir haben heute Nacht das Gaskraftwerk in Berlin-Lichterfelde erfolgreich sabotiert“, heißt es in dem Schreiben, das der Polizei seit Samstag vorliegt und am Sonntag auf einer einschlägigen Website veröffentlicht wurde. „Der Angriff auf das Gaskraftwerk ist ein Akt der Notwehr und der internationalen Solidarität mit allen, die die Erde und das Leben schützen.“

      Nüchtern teilt die Gruppe mit: „Es kam zu Stromausfällen in den wohlhabenderen Stadtteilen Wannsee, Zehlendorf und Nikolassee.“ Diese stellt sie jedoch wie einen Kollateralschaden dar: „Stromausfälle waren nicht Ziel der Aktion, sondern die fossile Energiewirtschaft. Bei den weniger wohlhabenden Menschen in dem Südwesten Berlins entschuldigen wir uns. Bei den vielen Besitzern von Villen in diesen Stadtteilen hält sich unser Mitleid in Grenzen.“

      Ich würde dennoch gerne mal das gesamte Bekennerschreiben sehen. Im verlinkten Video wird da ein bisschen (abgeschnitten) durchgescrollt und manche Newsportale zitieren daraus, aber ich finde nicht das ganze Schreiben. Journalismus im Jahr 2026. Ich habe es bei der BZ gefunden.

      Was mich am meisten stört, ist, dass aus der Tat dieser extremen Einzelgruppe nun garantiert wieder auf die gesamte linke Bevölkerung geschlossen wird, das ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Das ist ja auch ein tolles Narrativ für CxU und AfD - alle Linken sind Verbrecher, wählt uns.

      • Elvith Ma'for@feddit.org
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        3 days ago

        Wie es sich anfühlt:

        Ein Recht(sextrem)er Spinner hortet Waffen, spricht Todesdrohungen aus und zündet Flüchtlingsheime an? Sorry, Einzelfall.

        Ein Link(sextrem)er begeht Brandstiftung? Sofort mit aller Gewalt drauf, Linke sind scheiße und Staatsfeind Nummer 1!

        • Limerance@piefed.social
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          2 days ago

          Es ist ein qualitativer Unterschied ob Infrastruktur angegriffen wird oder ein einzelnes Haus oder Person. Angriffe auf Infrastruktur betrifft viel mehr Menschen direkt. Gerade bei Frost zieht ein Stromausfall Folgeschäden in Millionenhöhe nach sich und gefährdet Menschenleben.

          Ein Rechtsextremer mit Waffensammlung zuhause ist eine Bedrohung, klar. Aber solange er nur Geld ausgibt und zuhause seine Waffen poliert, hat er weniger Zeit und Geld für Aktionen, schadet am Ende nur seinem Geldbeutel.

          Diese Brandanschläge mit Infrastruktur werden niemanden überzeugen.

          • Elvith Ma'for@feddit.org
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            2 days ago

            Ja, ist mir klar. Anschläge auf Infrastruktur haben (so gut wie) immer Kollateralschäden. Und (größere) Stromleitungen um Winter zu zerstören ist doppelt Scheiße. Da sitzen dann die Leute nicht nur ohne Strom zu Hause, sondern auch ohne Heizung. Egal ob die Sonnenkollektoren, Wärmepumpe, Öl oder Gas oder… Nutzen.

            Und in dem Falle hilft es ja keinem, wenn sie einen 100% Ökostrom-Tarif hätten. Der Strom ist so oder so weg. Trifft also aus der Sicht auch nicht “die richtigen”.

        • polle@feddit.org
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          3 days ago

          Soweit so vorhersehbar. Das linksextreme nicht verstehen das sie (unfairerweise) mit anderem maß bemessen werden. Ist hald leider so.

    • HaraldvonBlauzahn@feddit.org
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      3 days ago

      Würde Russland ein solcher Anschlag nützen?

      Vom US-amerikanischen Wahlkampf und auch Brexit wurde berichtet, dass interessierte Akteure z.B. mit “targeted Advertising” die Polarisierung unter beiden Parteien z.B. mit Desinformation gefördert haben, Ziel war Vergrößerung von Spaltung.

      Das Bekennerschreiben benennt allerdings nachdrücklich die fossile Industrie als Ziel - und behauptet, interessanterweise, ein Ausfall der Versorgung von Haushalten sei nicht beabsichtigt und auch keine technisch bedingte Folge, sondern es gehe allein um die Trennung eines Gaskraftwerks vom Netz. Und sie behaupten, gewusst zu haben, wie die Anbindung verläuft. Da müsste man nun erklären, warum ein Ausfall der Anbindung eines Kraftwerks einen flächigen Ausfall der Stromversorgung verursacht.

    • Ontimp@feddit.org
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      3 days ago

      Aber echt, war auch mein erster Gedanke.

      Viele Stellen im Bekennerschreiben lesen sich auch bisschen als wären sie nicht von einem deutschen Muttersprachler geschrieben, sonder maschinell (aus dem Englischen?) übersetzt worden:

      Gier nach Destruktion

      Unsere ausführliche Erklärung hängt dieser Information bei.

      Unsere gemeinwohlorientierte Aktion ist gesellschaftlich sinnvoll.

      Wir wissen, wir müssen diese Zerstörung unterbrechen.

      etc.

      • HaraldvonBlauzahn@feddit.org
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        3 days ago

        Inhaltlich könnte das Schreiben so wohl auch wörtlich in Stanley Robinsons Roman “Das Ministerium für die Zukunft” (The Ministry for the Future) stehen. Die beschreibenen Klimafolgen bis hin zum Zusammenbruch der AMOC sind ja keineswegs mehr hypothetisch, sondern haben Top Klimaforscher wie Rahmstorf zu dringenden Warnungen bewogen. Und die kürzlich real eingetretenen Überflutungen in Washington (und letztes Jahr, Valencia) durch “atmosphärische Flüsse” sind in Robinsons Buch fast exakt so für Los Angeles beschrieben. Überflutungen haben real in Darna zu geschätzt 20000 Todesopfern geführt, hier überholt die Realität das Buch in sehr bedrückender Weise.

        Wobei in Robinsons Buch weniger anarchistische Gruppen sondern vielmehr staatliche bzw. überstaatliche Organisationen im Untergrund eine notwendige Abkehr von fossiler Technik vorantreiben.

        Und die Benennung eines realen, grossen Problems ist natürlich keinerlei Beweis für die Authenzität des Schreibens.

        Ich glaube, man kann auch sagen, dass es in der Klimaschutzbewegung einen sehr weitreichenden Konsens gibt, auf Gewalt zu verzichten. Die Anti-AKW Bewegung seinerzeit war ja auch zu 99.5% gewaltlos. Und dann gab es ein paar Gruppen, die Strommasten umsägten.

        • Ontimp@feddit.org
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          3 days ago

          Eben. Bei den zugeklebten Auspuffen neulich hat sich ja auch in Nachhinein heraus gestellt, dass es sich um russische Agenten gehandelt hat.

          Kann ja nur in Russlands Interesse sein, ökologische politische Ideen in Europa als extremistisch zu diskreditieren; sowohl um ihre eigenen Schützlinge (AfD und co) zu stärken, als sich schlicht und die eigene Rolle als Exportoer fossiler Rohstoffe zu sichern

      • Rise1547@feddit.org
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        3 days ago

        Dass Leute in Berlin wohnen, die kein Deutsch können, ist allerdings jetzt nicht so weit hergeholt, wa

      • trollercoaster@sh.itjust.works
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        3 days ago

        Die benutzen auch Satzzeichen wie Doppelpunkte mitten in Wörtern, so weit kann es also mit deren Grammatikkenntnissen nicht her sein.

        Außerdem schreiben und reden erfahrungsgemäß gerade die Mitteilungsbedürftigeren unter den selbsternannten Linken gerne ganz schön übles Geschwurbel.

    • Limerance@piefed.social
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      3 days ago

      Es gab in Berlin immer mal wieder Brandanschläge auf Infrastruktur in den letzten Jahren. Inklusive auf die Berliner S-Bahn, Mobilfunknetz und Ähnliches.

      Insofern passt dieser Fall genau ins Muster.

  • lichtmetzger@discuss.tchncs.deOP
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    3 days ago

    Ein paar Haushalte haben wohl inzwischen wieder Strom, darüber berichtet “Die Zeit” hier.

    Die Täter seien “offenkundig Linksextremisten”, sagte der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU).

    Bevor das nicht endgültig aufgeklärt ist, gehöre ich da eher zur Fraktion “Drücke X um zu zweifeln” - besonders, wenn die CDU sowas verkündet. Besser als dieser Kommentar unter dem Zeit-Artikel kann man es wohl kaum ausdrücken:

    Am entlarvendsten angesichts solcher Taten sind immer die Reaktionen „sauberer“ Wutmichel - auch hier leider seit gestern gut zu beobachten! In kaum verhohlener Angstlust ist ihnen klar, dass es natürlich „die Linken“ waren, lange vor irgendwelchen genauen Informationen.

    • lichtmetzger@discuss.tchncs.deOP
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      3 days ago

      Oh sorry, das hatte ich nicht gesehen. Ich lasse den Post hier trotzdem mal stehen, außer die Moderation hat etwas dagegen. Hab den langen Thread aber oben im Beitrag verlinkt.