“Kalorien rein, Kalorien raus” ist real, geht aber komplett am Problem vorbei.
Eine Person kann weniger essen als sie verbraucht, abnehmen und währenddessen ein völlig normales Leben führen.
Eine andere Person mit anderer Psyche/Physiologie/Erkrankungen kann, während sie exakt gleich viel isst und verbraucht wie die erste Person, permanent Heißhunger oder Schwächegefühl haben, so dass ein normales Leben völlig unmöglich wird.
Der Mensch kann einfach nicht konzentriert arbeiten, mit Stress klarkommen und sich motivieren, während der Körper schreit “DU VERHUNGERST!”.
Außerdem - selbst festgestellt als ich damals abgenommen habe:
Wenn du es gewohnt bist dich dauernd (über-)voll zu fressen und dann normale Portionen isst. Dann ist das “fehlen” vom (häufigem/dauerhaftem) Völlegefühl sehr ungewohnt und gerade anfangs schwer von echtem Hungergefühl zu unterscheiden. Das ist fies, weil es dann etwas braucht, bis man richtigen Hunger erkennen kann - und auch bis man das Gefühl “ich bin nicht bis oben hin voll” nicht als “falsch” interpretiert…
Wichtig ist auch, das Gefühl von Satt zu kennen, um nicht bis zum Völlegefühl zu essen. Um das kennenzulernen, kann es helfen, mit einem kleinen Löffel zu essen.
Das Problem ist, das das Sättigungsgefühl bei Veranlagung zu Typ II Diabetes so ziemlich als erstes flötengeht – lange vor der Entwicklung eines erhöhten Blutzuckers. Ein Gutteil unserer Bevölkerung kann ab 30–35 gar nicht mehr satt werden, und werden entweder fett und krank, oder lernen immer etwas unbefriedigt vom Tisch aufzustehen. Was gar nicht so einfach ist.
“Kalorien rein, Kalorien raus” ist real, geht aber komplett am Problem vorbei.
Du hast Recht, aber vielleicht weißt du noch nicht, wie sehr ^^
Bin selber am Abnehmen seit einem halben Jahr (bisher 20kg) und hatte mich dementsprechend auch ein bisschen mit dem Thema beschäftigt. Fun Fact: die Kalorien von Nüssen kannst du nur giga grob (d.h. noch gröber als bei dem ganzen Rest schon) abschätzen, weil aus irgendwelchen Gründen Nüsse anders verdaut werden und deren kcal nur zu ca. 80% in dir ankommen.
Oder auch: Es gibt Menschen, die Ballaststoffe verstoffwechseln können und da eben auch Kalorien raus ziehen. War mir nicht bewusst.
Dafür dass Menschen praktisch alle dieselbe DNA haben, ist es krass, wie unterschiedlich sie auf Nahrung reagieren.
Ich habe mich schon immer gefragt, ob die Energiemenge, die für Lebensmittel tatsächlich die Energie ist, die man bei einer perfekten Verbrennung erhalten würde, oder nur die verwertbare Energiemenge (die ja geringer sein muss).
Die Kalorienmenge wird über ein kontrolliertes Verbrennen des Lebensmittels ermittelt, wie viel in uns landet ist tendenziell weniger. Aber: weil die empfohlene Tagesenergiemenge auch auf diesen Messungen basiert, gleicht sich das in den meisten Fällen wieder aus.
Unterschiedliche Menschen nehmen unterschiedliche viele Kalorien aus der Nahrung auf, selbst wenn es die gleiche Nahrung ist.
Deshalb ist es für manche Menschen extrem schwer abzunehmen. Die haben konstant Hunger, wenn sie versuchen ein Defizit zu erreichen. Aber man hält sie dann gerne für undiszipliniert, à la „ich hatte ja keinen Hunger, als ich abgenommen habe, stell dich nicht so an“.
Andere haben schon ein Defizit, sind aber quasi dauernd pappsatt. Die haben es dann schwer zuzunehmen.
“Kalorien rein, Kalorien raus” ist real, geht aber komplett am Problem vorbei.
Eine Person kann weniger essen als sie verbraucht, abnehmen und währenddessen ein völlig normales Leben führen.
Eine andere Person mit anderer Psyche/Physiologie/Erkrankungen kann, während sie exakt gleich viel isst und verbraucht wie die erste Person, permanent Heißhunger oder Schwächegefühl haben, so dass ein normales Leben völlig unmöglich wird.
Der Mensch kann einfach nicht konzentriert arbeiten, mit Stress klarkommen und sich motivieren, während der Körper schreit “DU VERHUNGERST!”.
Außerdem - selbst festgestellt als ich damals abgenommen habe: Wenn du es gewohnt bist dich dauernd (über-)voll zu fressen und dann normale Portionen isst. Dann ist das “fehlen” vom (häufigem/dauerhaftem) Völlegefühl sehr ungewohnt und gerade anfangs schwer von echtem Hungergefühl zu unterscheiden. Das ist fies, weil es dann etwas braucht, bis man richtigen Hunger erkennen kann - und auch bis man das Gefühl “ich bin nicht bis oben hin voll” nicht als “falsch” interpretiert…
Wichtig ist auch, das Gefühl von Satt zu kennen, um nicht bis zum Völlegefühl zu essen. Um das kennenzulernen, kann es helfen, mit einem kleinen Löffel zu essen.
Moment, es gibt noch ein Gefühl nach satt?
Das war mir neu. Danke dafür :)
Ja, normalerweise erst Völle (das, was man bspw an Weihnachten oft hat) und dann “ich muss kotzen, das war zu viel, lasst mich schnell durch!”
Das Problem ist, das das Sättigungsgefühl bei Veranlagung zu Typ II Diabetes so ziemlich als erstes flötengeht – lange vor der Entwicklung eines erhöhten Blutzuckers. Ein Gutteil unserer Bevölkerung kann ab 30–35 gar nicht mehr satt werden, und werden entweder fett und krank, oder lernen immer etwas unbefriedigt vom Tisch aufzustehen. Was gar nicht so einfach ist.
Du hast Recht, aber vielleicht weißt du noch nicht, wie sehr ^^ Bin selber am Abnehmen seit einem halben Jahr (bisher 20kg) und hatte mich dementsprechend auch ein bisschen mit dem Thema beschäftigt. Fun Fact: die Kalorien von Nüssen kannst du nur giga grob (d.h. noch gröber als bei dem ganzen Rest schon) abschätzen, weil aus irgendwelchen Gründen Nüsse anders verdaut werden und deren kcal nur zu ca. 80% in dir ankommen.
Oder auch: Es gibt Menschen, die Ballaststoffe verstoffwechseln können und da eben auch Kalorien raus ziehen. War mir nicht bewusst.
Dafür dass Menschen praktisch alle dieselbe DNA haben, ist es krass, wie unterschiedlich sie auf Nahrung reagieren.
Ich habe mich schon immer gefragt, ob die Energiemenge, die für Lebensmittel tatsächlich die Energie ist, die man bei einer perfekten Verbrennung erhalten würde, oder nur die verwertbare Energiemenge (die ja geringer sein muss).
Die Kalorienmenge wird über ein kontrolliertes Verbrennen des Lebensmittels ermittelt, wie viel in uns landet ist tendenziell weniger. Aber: weil die empfohlene Tagesenergiemenge auch auf diesen Messungen basiert, gleicht sich das in den meisten Fällen wieder aus.
https://www.forschung-und-wissen.de/nachrichten/medizin/wieso-absorbieren-manche-menschen-aus-ihrer-nahrung-mehr-kalorien-133710245
Unterschiedliche Menschen nehmen unterschiedliche viele Kalorien aus der Nahrung auf, selbst wenn es die gleiche Nahrung ist.
Deshalb ist es für manche Menschen extrem schwer abzunehmen. Die haben konstant Hunger, wenn sie versuchen ein Defizit zu erreichen. Aber man hält sie dann gerne für undiszipliniert, à la „ich hatte ja keinen Hunger, als ich abgenommen habe, stell dich nicht so an“.
Andere haben schon ein Defizit, sind aber quasi dauernd pappsatt. Die haben es dann schwer zuzunehmen.