»Beweg jetzt deinen geilen Arsch raus, ich will dich endlich ficken!«
»Ficken Sie, solange der Schwanz hart ist«
»Wie fühlt es sich eigentlich an, zu wissen, dass dich jeder hier vergewaltigen könnte? Rauskommen würde ja eh nichts, sagt ja keiner was.«
»Mal so theoretisch: Wenn du an der Front fallen würdest, fändest du es arg schlimm, wenn wir alle über deine Leiche mal drüberrutschen würden, solange sie noch warm ist? Ich mein, dann hast du wenigstens eine gute Sache für die Kompanie getan.«
So hieß es in der Eingabe einer Soldatin, es sei offenbar gang und gäbe, dass Mannschaftssoldaten beim Betreten einer Stube »Sierra« riefen – und der Rest dann »Hotel!« zurückbrülle. Sierra und Hotel sind Buchstaben aus dem Nato-Alphabet, sie stehen für S und H. Jeder habe gewusst, heißt es in der Eingabe, dass damit »Sieg Heil!« gemeint gewesen sei. In einem anderen Zug, so ist es in einer weiteren Eingabe zu lesen, sei der Hitlergruß die »gängige Begrüßung« beim Betreten einer Stube gewesen. Ein Hauptgefreiter soll ausländerfeindliche Sticker verteilt haben. Ein anderer, heißt es in einer Eingabe, habe Kameraden mit »du Jude« angesprochen oder als »Judensau«.



Wie geht das denn? Eine Gesellschaft, die der Verteidigung des Heimatlandes nur Geringschätzung entgegenbringt und jungen Erwachsenen nichts bietet, dass es wert ist, verteidigt zu werden, sorgt dafür, dass nur rechtsextremer Abschaum und kriegsgeile Idioten den Job machen wollen? Das ist aber komisch.
Ein selbsterhaltender Kreis.
Und so lange alle dieses Spielchen weiterspielen, wird sich gewiss nichts ändern…
Wenn Soldaten (und Polizei) nicht in 99% der Fälle den imperialistischen Status Quo durchsetzen, auf Menschen- und Völkerrechte scheißen und tatsächlich bloß der Verteidigung des Heimatlandes dienen würden, dann gäbe es vielleicht ja auch keine Geringschätzung.
Diese gesellschaftlichen Ressentiments gegen die “Verteidiger des Heimatlandes” gibt es doch nur, weil Hetze, Einschüchterung, Vergewaltigung etc. seit jeher zum M.O. von jedem Militär der Weltgeschichte gehörten, nicht umgekehrt.
Nö, die Geringschätzung hat sich bereits zu Zeiten des allgemeinen Wehrdienstes auf Wehrdienstleistende erstreckt.
Nein, keine Leute, die “den imperialistischen Status Quo durchsetzten”, sondern solche, die einfach nur 1 Jahr ihres Lebens +/- lang Grundkenntnisse für den Verteidigungsfall erlernt und hauptsächlich Gerät für den Ernstsfall einsatzbereit gehalten haben. Mit kleinen Ausflügen im Rahmen der Amtshilfe im zivilen Bereich… aber ich denke, die Kühe, die wir vor Hochwasser gerettet haben, konnten uns unsere imperialistische Anmassung verzeihen.
Und dabei kann ich aus eigener Erfahrung sagen, dass wir sehr wohl wussten, wer der rechte Spinner unseres Quartals von ca. 80 Leuten war und wie beliebt der war. Ebenso welcher Langzeit-HG als Berufsoldat in der Kompanie so drauf war und auf Grund ähnlicher Beliebtheit (aber aus Gründen der Disziplin haben sich die Vorgesetzen bemüht, das Augenrollen vor uns Wehrdienstleistenden zu verbergen) einfach seine Zeit in mit bedeutungslosen Beschäftigungen absaß.
Also Nein. Das ist kein Henne/Ei Problem. Die deutsche Bevölkerung und Politik hat dieses Problem geschaffen. Und das erst in den letzten Jahrzehnten. Vorher wurden die rechten Spinner lediglich augenrollend geduldet, solange sie sich zumindest augenschienlich zurückhielten. Inzwischen schmeißen die mangels Interesse andere Leute teilweise den Laden.
das argument vong genosse ist aber daß “Ernstfall” auch nur ein (schlechter) euphemismus für imperialistischen krieg ist.
daß der chauvinismus erst in den letzten jahrzehnten beim kommiß blüht, ist ja wohl wieder so ein geschichtsvergessener scherz.
Ja, wenn man Chauvinismus direkt mit Hitlergruss, Antisemitismus und Vergewaltigungsdrohungen gleichsetzt, mag das so wirken. Wo köönte da bloß der Fehler liegen?
na dann erklär mal deinen guten chauvinismus! und wie der andere nur ganz zufällig konstitutionell für die nationalsozialistische und mysogine ideologie ist.
Nee, ich erkläre Dinge nur für Menschen, die an Erklärungen interessiert sind. Meine Zeit ist mir zu kostbar, um weiter als stumpfer Stichwortgeber für deine vorgefertigten ideologischen Auswüchse zu dienen.