Immer wieder müssen Polizisten zur Dienstwaffe greifen. In Baden-Württemberg starben dabei zuletzt so viele Menschen wie seit Jahren nicht mehr.
Immer wieder müssen Polizisten zur Dienstwaffe greifen. In Baden-Württemberg starben dabei zuletzt so viele Menschen wie seit Jahren nicht mehr.
Weis nicht, fragen wir doch mal die Leute in Magdeburg, ob wir diese Schutzmaßnahmen wirklich brauchen.
Dann hätten die im Falle eines Angriffs nichts geholfen. Ändert nichts daran, dass wir doch einige Angriffe auf öffentliche Veranstaltungen in den letzten Jahren hatten und Vorsichtsmaßnahmen deswegen wichtig sind.
Klar, diese Situationen müssen auch entsprechend untersucht und sanktioniert werden. Aber das jetzt auf die ganze Polizei zu reflektieren ist falsch. Ich stimm dir absolut zu, dass wir definitiv der Polizei Nicht-tödliche Mittel geben müssen, um Situationen wie z.B. psychische Ausnahmesituationen zu entschärfen, aber zu sagen: “Die Polizei erschießt Menschen, ACAB!” ist wirklich sehr sehr dumm.
Diese Vorsichtsmaßnahmen sind aber unwirksam und die Vorfälle statistisch gesehen nicht signifikant. Da wird Geld verschwendet, ohne dass es einen Effekt hat.
Was aber gemacht wird ist, dass uns erzählt wird, es gäbe eine erhöhte Bedrohungslage, und das wird aus vier Gründen gemacht. Erstens um ein Feindbild aufbauen und zum Sündenbock machen zu können (“DiE aUsLäNdEr1!!!11!”), zweitens um autoritäre und Überwachungsmaßnahmen durchsetzen zu können (KI-Gesichtserkennung und anlasslose Personenkontrollen), drittens um unsere Aufmerksamkeit von den tatsächlichen Problemen (die größer werdenden Ungerechtigkeiten bei Einkommen und Vermögen) abzulenken und viertens um mit Symbolpolitik vorzugaukeln, es würde etwas gemacht werden.
Erstens: hab ich das? Ich würde es begrüßen, wenn du mir keine Worte in den Mund legen würdest. Zweitens: bei Kritik an der Polizei reflexartig und pauschal den Kritisierenden zu unterstellen, pauschale und unreflektierte Parolen rauszuhauen, ist kein guter Stil. Drittens: die Polizei hat systemische Probleme. Also wenn man solche Fälle nicht jedem*jeder Beamten individuell vorwerfen kann, so muss man dennoch die Polizeien als ganzes betrachten und diese Probleme entsprechend angehen.
Ich wollte mit dem Ganzen auf etwas bestimmtes hinaus, der Punkt ging wohl leider an dir vorbei.
Wie dir an anderer Stelle schon gesagt wurde: Deutschland ist nachwievor ein sehr sicheres Land und die Kriminalität auf einem sehr niedrigen Niveau. Und komm mir jetzt nicht mit absoluten Fallzahlen, so funktioniert Statistik nicht. Man muss schon Dinge in Perspektiven setzen können, statt auf rein emotionaler Ebene zu argumentieren.
Ich würde dir ja sogar zustimmen, dass wir gesellschaftlich “verrohen”, allerdings kommt das nicht aus der Richtung, gegen die wir ineffektive Poller auf Weihnachtsmärkten aufstellen und Sonderkontrollzonen einrichten.
“Ah ja, ihre Tochter ist auf dem Weihnachtsmarkt gestorben - aber ich kann sie beruhigen, das ist statistisch gesehen nicht signifikant. :)”
Sorry, aber diese Aussage finde ich absolut grässlich. Ein paar Betonpoller aufzustellen, um diese Situation, falls sie auftritt, vermeiden zu können, scheint mir nicht übertrieben zu sein. Das ist sehr wenig Aufwand für ein potentielles großes Schutzpotential. (wenn sie richtig genutzt werden natürlich)
Da bin ich genauso dagegen wie du - aber du kannst Massenüberwachung nicht mit dem Schutz lokaler Events gleichsetzen.
Nein, aber ich hab mich auch nicht speziell auf dich bezogen, sondern auf die Meinung, die ich vom Fediverse (nicht nur dem deutschsprachigen) allgemein kenne.
Denke, da werden wir nicht auf einen Nenner kommen. Für mich war die letzten 5 - 6 Jahre ein deutlicher Verfall zu bemerken.
Ich denke, die Verrohung kommt aus allen Seiten. Das ist ein Hochschaukeln aus jeder Richtung der Gesellschaft. Klar sollte man was gegen rechte Trottel tun, keine Frage, aber alle anderen potentiellen Gefahren einfach außen vor zu lassen ist doch auch falsch.
Ich rede nicht mit Angehörigen. Ich rede mit dir. Und ich versuche, dir klarzumachen, dass das politische und mediale Aufgeilen an möglichst sichtbaren (aber weiterhin ineffektiven) Sicherheitsmaßnahmen eine unnötige Panikmache ist.
Mache ich nicht. Aber das ist der nächste Schritt, den Innenpolitiker*innen, Rechtspopulisten und Polizeifunktionäre gerne umsetzen möchten. Es ist relevant, die Eskalationskette aufzuzeigen.
Deine persönliche Wahrnehmunh kann und will ich dir nicht absprechen. Aber sie ist fehlerhaft und eingeschränkt. Und für Entscheidungen, die die ganze Bevölkerung betreffen, kann man nicht auf fehlerhafte Wahrnehmungen einzelner eingehen, sondern muss den Überblick über die Tatsachen behalten. Und die sprechen eine andere Sprache.
Tu ich auch nicht, im Gegenteil. Ich sehe mir an, wie relevant und ausgeprägt diese Potenziale sind, um zu beurteilen, welche Gefahren zu priorisieren sind, welche Maßnahmen zielführend und welche Verhältnismäßigkeiten abzuwägen. Und das ist der Unterschied zwischen uns beiden. Du verlässt die emotionale Ebene nicht und denkst nicht rational.