Kaum ist das Auto abgeschlossen, verschwinden die Türgriffe elegant in der Karosserie. Die Technik, die einst durch Tesla berühmt wurde, ist laut der chinesischen Regierung ein Sicherheitsrisiko - und in China deshalb künftig verboten.
Kann die Skepsis nachvollziehen, aber dann verbietet China aus meiner Sicht das weniger kritische Problem. Ich glaube nicht, dass es für die Feuerwehr ein Problem wäre, den eingeklappten Griff auszuklappen. Der lässt sich - zumindest bei den Autos, die ich kenne - ja trotzdem leicht per Hand rausklappen. Nur tut er eben dann nix, die Tür geht nicht auf. Aber das wiederum ist auch bei vielen Autos so, die ganz normale Griffe haben, da sie automatisch abschließen, sobald man losfährt.
Bei der Rettung von Leuten aus verunfallten Autos ist der Türgriff halt die erste niederschwelligste Maßnahme, um sich Zugang zu verschaffen und ggf. eine Rettungsöffnung zu schaffen. Aber auch beim vollständigen Entfernen von Türen mit schwerem Gerät ist es hilfreich, wenn der Türgriff funktioniert, denn oft ist die Verriegelung der Tür wesentlich schwerer zu “knacken”, als die Scharniere (Scharniere sind in der Regel 2 vorhanden, Verriegelung nur eine, die muss also grob doppelt so viel aushalten, wie ein Scharnier), wenn man also die Tür an den Scharnieren abmacht (i.d.R. durch Abreißen mit Spreizer), kann man eine mechanisch verriegelte Tür danach nicht selten ganz einfach nach Betätigung des Türgriffs ganz rausnehmen.
Außerdem ist gerade der Türgriff für Ersthelfer interessant, weil die keinen großen roten Werkzeugkasten dabei haben, in dem allerlei lustige Dinge drin sind, mit denen man sich auf alternative Art Zugang verschaffen kann. Ersthelfer haben oft nicht mal was Geeignetes dabei, um eine Scheibe einzuschlagen, um dann zu probieren, ob sich eine Tür, die von außen nicht aufgeht, von innen öffnen lässt. (Bei Autos, wo die Tür von innen auch nur elektrisch aufgeht, ist das eh wahrscheinlich für die Füße)
Insbesondere bei neueren hochpreisigen Autos ist das mit dem Scheibe Einschlagen auch nicht mehr unbedingt so einfach, weil da inzwischen durchaus auch Verbundglas statt Einscheibensicherheitsglas als Seitenscheiben verbaut wird. Das lässt sich nicht mehr einschlagen, da muss man mit der Säge ran. (Es gibt wohl auch Scheiben mit Sollbruchstellen, aber die muss man auch erstmal finden und mit einem geeigneten Werkzeug richtig bearbeiten) Für Ersthelfer ist das definitiv ein Hindernis.
Allgemein haben moderne Autos viele “Features”, die die Rettung von Insassen schwieriger und/oder gefährlicher machen. Beispiel: Zündung ausschalten, eine der schnellsten und ersten Maßnahmen, um ein verunfalltes Auto relativ sicher zu machen. Bei einem alten Auto mit Zündschloss ganz einfach: Schlüssel auf “Aus” (normalerweise ganz links) drehen und abziehen. Danach kann man eigentlich sicher sein, dass der Motor nicht einfach so wieder anspringt. Bei modernen Autos mit Taster zum Ein- und Ausschalten weiß man nie wirklich genau, in welchem Zustand sich das System gerade befindet. Hab schon erlebt, dass jemand beim Versuch, an einem verunfallten Auto mit einem solchen Startknopf die Zündung auszuschalten, stattdessen den Motor gestartet hat. Und das kann gefährlich werden. Wenn man das für zu riskant hält, und deswegen den Startknopf in Ruhe lässt, ist man auch nicht sicher, hab auch schon erlebt, dass ein verunfallter Hybrid einfach so den Motor gestartet hat, weil er meinte, jetzt seine Batterie laden zu müssen.
Bei vollelektrischen Autos ist das noch blöder, weil da kein Motor gestartet werden muss, um fahrbereit zu sein. Da hört man nicht mal, dass das noch an ist. Und die Hochvolt-Batterie trennen ist je nach Modell mehr oder weniger einfach und nicht unbedingt intuitiv.
Bei der Vielzahl an “kreativen” Ideen, die Autohersteller haben, wenn es um die Bedienung des Getriebes (bzw der Wahl der Fahrtrichtung bei Elektroautos) geht, kann das in Verbindung mit elektrischer Handbremse und Anfahrhilfe und einer Unklarheit über den Zustand der “Zündung” ganz schnell ganz blöd ausgehen.
Danke für den Kommentar, kann ich absolut nachvollziehen. Die zunehmende Komplexität wird an immer mehr Stellen zum Problem, das kaum noch beherrschbar ist. Und dass jeder Hersteller noch sein eigenes Süppchen kocht, macht es nicht unbedingt besser.
:/
Kann die Skepsis nachvollziehen, aber dann verbietet China aus meiner Sicht das weniger kritische Problem. Ich glaube nicht, dass es für die Feuerwehr ein Problem wäre, den eingeklappten Griff auszuklappen. Der lässt sich - zumindest bei den Autos, die ich kenne - ja trotzdem leicht per Hand rausklappen. Nur tut er eben dann nix, die Tür geht nicht auf. Aber das wiederum ist auch bei vielen Autos so, die ganz normale Griffe haben, da sie automatisch abschließen, sobald man losfährt.
Bei der Rettung von Leuten aus verunfallten Autos ist der Türgriff halt die erste niederschwelligste Maßnahme, um sich Zugang zu verschaffen und ggf. eine Rettungsöffnung zu schaffen. Aber auch beim vollständigen Entfernen von Türen mit schwerem Gerät ist es hilfreich, wenn der Türgriff funktioniert, denn oft ist die Verriegelung der Tür wesentlich schwerer zu “knacken”, als die Scharniere (Scharniere sind in der Regel 2 vorhanden, Verriegelung nur eine, die muss also grob doppelt so viel aushalten, wie ein Scharnier), wenn man also die Tür an den Scharnieren abmacht (i.d.R. durch Abreißen mit Spreizer), kann man eine mechanisch verriegelte Tür danach nicht selten ganz einfach nach Betätigung des Türgriffs ganz rausnehmen.
Außerdem ist gerade der Türgriff für Ersthelfer interessant, weil die keinen großen roten Werkzeugkasten dabei haben, in dem allerlei lustige Dinge drin sind, mit denen man sich auf alternative Art Zugang verschaffen kann. Ersthelfer haben oft nicht mal was Geeignetes dabei, um eine Scheibe einzuschlagen, um dann zu probieren, ob sich eine Tür, die von außen nicht aufgeht, von innen öffnen lässt. (Bei Autos, wo die Tür von innen auch nur elektrisch aufgeht, ist das eh wahrscheinlich für die Füße)
Insbesondere bei neueren hochpreisigen Autos ist das mit dem Scheibe Einschlagen auch nicht mehr unbedingt so einfach, weil da inzwischen durchaus auch Verbundglas statt Einscheibensicherheitsglas als Seitenscheiben verbaut wird. Das lässt sich nicht mehr einschlagen, da muss man mit der Säge ran. (Es gibt wohl auch Scheiben mit Sollbruchstellen, aber die muss man auch erstmal finden und mit einem geeigneten Werkzeug richtig bearbeiten) Für Ersthelfer ist das definitiv ein Hindernis.
Allgemein haben moderne Autos viele “Features”, die die Rettung von Insassen schwieriger und/oder gefährlicher machen. Beispiel: Zündung ausschalten, eine der schnellsten und ersten Maßnahmen, um ein verunfalltes Auto relativ sicher zu machen. Bei einem alten Auto mit Zündschloss ganz einfach: Schlüssel auf “Aus” (normalerweise ganz links) drehen und abziehen. Danach kann man eigentlich sicher sein, dass der Motor nicht einfach so wieder anspringt. Bei modernen Autos mit Taster zum Ein- und Ausschalten weiß man nie wirklich genau, in welchem Zustand sich das System gerade befindet. Hab schon erlebt, dass jemand beim Versuch, an einem verunfallten Auto mit einem solchen Startknopf die Zündung auszuschalten, stattdessen den Motor gestartet hat. Und das kann gefährlich werden. Wenn man das für zu riskant hält, und deswegen den Startknopf in Ruhe lässt, ist man auch nicht sicher, hab auch schon erlebt, dass ein verunfallter Hybrid einfach so den Motor gestartet hat, weil er meinte, jetzt seine Batterie laden zu müssen.
Bei vollelektrischen Autos ist das noch blöder, weil da kein Motor gestartet werden muss, um fahrbereit zu sein. Da hört man nicht mal, dass das noch an ist. Und die Hochvolt-Batterie trennen ist je nach Modell mehr oder weniger einfach und nicht unbedingt intuitiv.
Bei der Vielzahl an “kreativen” Ideen, die Autohersteller haben, wenn es um die Bedienung des Getriebes (bzw der Wahl der Fahrtrichtung bei Elektroautos) geht, kann das in Verbindung mit elektrischer Handbremse und Anfahrhilfe und einer Unklarheit über den Zustand der “Zündung” ganz schnell ganz blöd ausgehen.
Danke für den Kommentar, kann ich absolut nachvollziehen. Die zunehmende Komplexität wird an immer mehr Stellen zum Problem, das kaum noch beherrschbar ist. Und dass jeder Hersteller noch sein eigenes Süppchen kocht, macht es nicht unbedingt besser.