Das Recht auf Teilzeit abzuschaffen, wäre ein Angriff auf die Gleichstellung, sagt die Buchautorin. Sie fordert ein neues Verständnis von Vollzeit.
In einer Gerontokratie das Recht auf Teilzeit anzugreifen ist destruktiv. Zum einen verunsichert das werdende/potentielle Eltern massiv. Zum anderen wird die heimische Pflege torpediert. Die Zeiten als der Mann seine 38h bei VW gemacht hat und seine Frau sich um den Haushalt, die drei Kinder und die (Groß)eltern gekümmert hat sind vorbei. Das funktioniert für einen sehr großen Teil der Gesellschaft nicht mehr. 1,5 Vollzeitstellen mit Kindern und eventuell Pflege ist eher normal.
Ach Fritze, wenn ich diese Faulheitspolemik höre und dabei einen Blick auf meinen Puls werfe keimt Hoffnung auf in mir für das Land. Verschlimmern werde ich das Rentenproblem wohl nicht.
Persönlich fühle ich mich nicht angesprochen. Als politischer Mensch sehr wohl. Mich regt es auf, wie verzerrt in Deutschland dargestellt wird, wer wie viel arbeitet. Da wird dieses Bild aufgemacht, die Menschen seien faul. Das ist zum einen empirisch nicht belegt. Davon abgesehen ist es nicht der richtige Weg, Vertrauen aufzubauen, wenn man Menschen herabwertet, beschimpft, beleidigt. Eigentlich wäre es an der Zeit, die Menschen zu loben, wie fleißig sie sind.
Das hat sie gut auf den Punkt gebracht.
Man sollte mal bedenken: die 40-Stunden-Woche wurde eingeführt mit einer gesellschaftlichen Normvorstellung, in der Männer 40 Stunden pro Woche Erwerbsarbeit leisten und sich darauf verlassen könnten, dass ihre Frauen zuhause Care-Arbeit, Haushaltsarbeit und Kindererziehungsarbeit leisten würde (dass Frauen dadurch unbezahlt wesentlich mehr als 40 Stunden pro Woche arbeiteten, wurde selbstverständlich ignoriert).
Heute haben wir mehr Alleinerziehende, brechen die Rollenverteilung mehr und mehr auf, sehen mehr Single- oder WG-Haushalte etc. Dass für diese Zeitaufteilung daher für Männer jetzt auch nicht mehr aufgeht und für Frauen (von denen jetzt auch Erwerbsarbeit verlangt wird) noch nie aufging (und jetzt noch viel weniger), wird von denen, die mehr und mehr Arbeit fordern, geflissentlich unter den Teppich gekehrt (sofern sie überhaupt so weit denken).
Davon abgesehen ist es nicht der richtige Weg, Vertrauen aufzubauen, wenn man Menschen herabwertet, beschimpft, beleidigt. Eigentlich wäre es an der Zeit, die Menschen zu loben, wie fleißig sie sind.
Ja also Wertschätzung für den Beitrag zur Gesellschaft wär schon wirklich mal schön. Und wenns nur ein Lippenbekenntnis ist. Alles ist besser als das von Blackrock-Fritz immer unausgesprochene aber nachdrückliche “Arbeit endlich, ihr faulen Schweine!”.
Da wird dieses Bild aufgemacht, die Menschen seien faul. Das ist zum einen empirisch nicht belegt. Davon abgesehen ist es nicht der richtige Weg, Vertrauen aufzubauen, wenn man Menschen herabwertet, beschimpft, beleidigt.
Ich gebs zu: Ich bin zu faul 40 Stunden zu arbeiten. Warum sollte ich auch? Es verbessert mein Leben kein bisschen, sondern führt nur dazu, dass ich unglücklicher bin. Lieber verzichte ich auf einen teuren Urlaub und fahre Gebrauchtwagen, als 40 Stunden die Woche zu malochen. Dazu kommt, dass es eine ganze Klasse an Menschen gibt, die nur von der Rendite ihres Kapitals lebt. Mit anderen Worten: Von unserer Arbeit. Keine Teilzeit, sondern Nullzeit. Mein Vermieter rührt keinen Finger den ganzen Tag. Hat halt ein paar Wohnungen geerbt und ist jetzt fein raus weil ich für ihn mitarbeite. Komischerweise geht es nie um die, wenn davon die Rede ist, dass wir alle mehr arbeiten müssen um “unseren Wohlstand lol” zu erhalten.
Das einzige was wir mit Zwang zu mehr Arbeit bekommen sind mehr Leute die auf Arbeit schlafen weil sie garkeine Energie mehr für irgendwas haben.
Die Regressiven wieder 😑




