Es war irgendwann in der Zeit als die Corona-Zeit zwar noch nicht vorbei war, aber die größten Verwüstungen vorerst etwas gelindert waren. Als die ersten Leute geimpft waren, als die Ausgangssperren nicht mehr waren und es auch nicht mehr Winter war. Da erzählten dann die ersten Freunde, dass es ihnen in dieser Zeit gar überhaupt nicht so gut gegangen ist. Man hörte von den ersten Bekannten, die in Therapie oder einer Klinik gegangen sind und hat es von anderen mitbekommen, dass die es auch hart nötig gehabt hätten. Aber erstmal haben die Leute geschwiegen und es in sich rein gefressen.
Und jetzt? Jetzt habe ich das Gefühl, dass in diesem aktuellen Wahnsinn gerade die psychischen Verwüstungen auch anfangen. Ich hab es bei ein, zwei Freunden bemerkt, die nicht drüber sprechen, aber wenn man sie kennt, merkt man, dass sie gerade mächtig knabbern. Das die Sicherheit komplett zerfetzt wurde, ganze Weltbilder ins Wanken geraten, die Unsicherheit Ängste macht.
Also: Wie geht ihr mit der ganzen Geschichte rund um Krieg, Trump, Wirtschaftskrise, Grönlandgier, Techimperialismus und Faschismus um? Wie geht es euch?


Achtung, es folgen völlig verkorkste Gedanken.
Ich bin seit Ende 2019 arbeitsunfähig aufgrund chronischer, schon deutlich länger bestehender Problematiken, die sich hartnäckig allen Anstrengungen und Bemühungen widersetzen. Deswegen ist es für mich gradezu entspannende Ablenkung, in die Welt zu schaun und nur Zeug zu sehen, das ganz klar außerhalb meines Einflussbereichs liegt, wo ich mir also gar kein schlechtes Gewissen einreden KANN, weil ich nix unternehme (außer halt wählen gehen und bestimmte Produkte boykottieren und solche Sachen). Pandemie und Lockdown empfand ich als fürchterlich angenehm, die ganze Ruhe, niemand erwartet, dass man irgendwo hinkommt, niemand will unerwartet Besuch abstatten, herrlich (wenn da nicht die ganzen Toten gewesen wären, selbstverständlich…).
Mir ist sehr bewusst, wie das klingt, dass diese Art der “Ablenkung” nicht direkt gesund ist, und mir wär auch lieber, meine Sicht wäre eine andere. Blergh.