• JensSpahnpasta@feddit.org
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    14 hours ago

    Ich bin da mittlerweile echt hart angepisst von solcher Rhetorik. “Das Internet” ist im Jahr 2026 nichts neues, sondern seit Jahrzehnten ein Massenphänomen. Die “Ich bin drin”-Werbung mit Boris Becker lief 1999, vor 27 Jahren. Computer waren auch vorher schon weit verbreitet, gerade im beruflichen Kontext. Der C64 erschien in den 80ern, vor über 40 Jahren. Das erste iPhone erschien 2007 und seit zig Jahren hat im Kern jeder Mensch ein Smartphone. Computer sind nicht neu. Wer jetzt 80 ist, der hat dann mit 35 in den 1980ern irgendwie völlig ignoriert, dass die Computer überall heiß diskutiert werden. Der hat in den 1990ern den Aufstieg der PCs auch im Privatbereich hart wegignoriert. Der hat dann in den späten 1990ern und frühen 2000ern total alles mit dem Internet ignoriert, hat gehört, dass es sowas wie E-Mail gibt und das doof gefunden. Der hat von Suchmaschinen gehört und sich gedacht “so einen Scheiß brauche ich nicht”. Der hat von Onlineshopping gehört und sich dann aufgeregt, dass der gedruckte Quellekatalog eingestellt wurde, aber dann mit Mitte 50 auch nicht weiter mit diesen Computern beschäftigt. Als alle dann Handys gekauft haben, hat man auch keine Handys gekauft und als dann die Smartphones aufkamen als man gerade mit 65 in Rente ging, hat man das auch total doof gefunden und sich nicht mit dem Thema beschäftigt.

    Kann man machen, aber dann sollte man als Politikerin nicht fehlende Teilhabe von Älteren beklagen. So mittlerweile ist das echt ein selbst gewähltes Schicksal und Pech gehabt.

    (Und ja, die Bahncard nur auf dem Handy ist doof. Ja, Google & Apple sind Kackfirmen. Ja, dieses Verwaltungsonlineding stinkt. Hat aber mit dem Thema nichts zu tun, dass da Leute einfach völlig seit Jahrzehnten den technischen Fortschritt ignorieren.)

    • cmhe@lemmy.world
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      13 hours ago

      Internet ist klar kein Neuland, aber ich finde es trotzdem wichtig sich als Gesellschaft nicht abhängig von privat betriebener Infrastruktur zu machen.

      Wenn Internet für Bürger erwartet wird, soll die Infrastruktur selbst in öffentlicher oder non-profit Hand sein.

      Außerdem muss es auch immer Zugänglich für Personen mit Körperlichen, finanziellen oder Bildungs Einschränkungen sein, also sollte Software um das Internet zu Nutzen entsprechend entwickelt und offen der Gesellschaft zur Verfügung gestellt werden, d.h. Deutsche bzw. EU Förderungen bzw. Projekte für open source Browser, Betriebssysteme, PC Hardware, sowie Smartphones, etc. Kostenlose Internetkiosks und Flächendeckendes WiFi/Mobiles Netzwerk auch.

      Man sollte nicht von Bürgern für alltägliche Geschäfte mit dem Staat, erwarten Dienstleistungen von privaten profit-orientierten Unternehmen in Anspruch zu nehmen und damit persönliche Daten an diese zu übergeben.

      Das Gerichtsgebäude, Rathaus oder öffentliche Fußwege gehört ja auch keinem privatem Unternehmen, welche hier selber Überwachungskameras aufstellen darf um bei allen Vorgängen etwas mitzubekommen, und sei es nur Metadaten.

      • JensSpahnpasta@feddit.org
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        13 hours ago

        Da hast du Recht, aber trotzdem geht das meiner Meinung nach am Thema vorbei. Der ganze Rest der Infrastruktur Offline ist ja auch privat betrieben. Die Post ist privat und sammelt und verkauft deine persönlichen Daten. Dein Telefonanbieter ist privat. Damit laufen auch deine Faxe über private Infrastruktur. Schreibst du einen Brief an eine Behörde, musst du das auf privat gekauftem Papier mit deinem Stift machen. Fährst du mit der Straba zum Gericht oder Rathaus, dann machst du das in einem Privatunternehmen, das dich meistens auch noch filmt.

        Das ist sicherlich alles kacke, aber es ist halt auch keine Ausrede das Internet nicht zu nutzen. Denn warum sollte plötzlich für das Internet etwas gelten, was es offline auch nicht gibt und warum erwartet man jetzt vom Internet dass es Dinge zu 100% perfekt macht, was offline auch nicht funktioniert?

        • cmhe@lemmy.world
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          13 hours ago

          Schon, aber wie gesagt, es muss halt alles auch zu greifbar für Eingeschränkte Leute sein. Offline gibt es ja auch Gesetze für sowas, und wenn das technisch Schwierig ist sollte der Staat das unterstützen.

          Offline baut der Staat mit Steuergeldern Fußwege, und macht die i.d.R. beschreibbar für alle um das Rathaus zu erreichen. Tut er nicht im Internet.

          Geht hier um die Grundversorgung. Internet ist ja inzwischen Lebensnotwendig, also Grundversorgung soll von der Gesellschaft getragen werden.

          • JensSpahnpasta@feddit.org
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            12 hours ago

            Aber das macht er doch? Gerade kürzlich ist ja das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz in Kraft getreten, was Webseiten und Webshop-Betreiber zur Barrierefreiheit verpflichtet. Klar, das ignorieren viele, aber offline parken auch diverse Leute auf dem Gehweg.

            • cmhe@lemmy.world
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              9 hours ago

              Das Trifft halt nur die Webseiten d.h. die Rampe am Gebäude, mir geht es mehr um den Weg zur Webseite. Also der Infrastruktur. Und hier, sollte wie gesagt jeder ohne Extraaufwand und Kosten angebunden sein. Grundversorgung, wie der Fußweg von der Wohnung zum Rathaus.

              Denke bei Barrierefreiheit nicht nur an körperlich eingeschränkte Personen, sondern auch beispielsweise an Obdachlose.

              • JensSpahnpasta@feddit.org
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                9 hours ago

                Auch das hast du so im Analogen nicht. Ich hab letztens mich aus Gründen mit dem Thema Briefkästen beschäftigen müssen. Die sind erstaunlich teuer und kosten gerne so viel wie ein Handy. Und du bist sogar verpflichtet, eine Adresse zu haben, an der du Post empfangen kannst. Als Mieter zahlst du den Spaß auch mit.

    • MaggiWuerze@feddit.org
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      14 hours ago

      Seh ich genau so. Da holt diese Menschen einfach die Konsequenz ihrer eigenen Handlung ein und nun soll der Rest warten bis sie dann doch aufgeholt haben oder tot sind?