»Beweg jetzt deinen geilen Arsch raus, ich will dich endlich ficken!«
»Ficken Sie, solange der Schwanz hart ist«
»Wie fühlt es sich eigentlich an, zu wissen, dass dich jeder hier vergewaltigen könnte? Rauskommen würde ja eh nichts, sagt ja keiner was.«
»Mal so theoretisch: Wenn du an der Front fallen würdest, fändest du es arg schlimm, wenn wir alle über deine Leiche mal drüberrutschen würden, solange sie noch warm ist? Ich mein, dann hast du wenigstens eine gute Sache für die Kompanie getan.«
So hieß es in der Eingabe einer Soldatin, es sei offenbar gang und gäbe, dass Mannschaftssoldaten beim Betreten einer Stube »Sierra« riefen – und der Rest dann »Hotel!« zurückbrülle. Sierra und Hotel sind Buchstaben aus dem Nato-Alphabet, sie stehen für S und H. Jeder habe gewusst, heißt es in der Eingabe, dass damit »Sieg Heil!« gemeint gewesen sei. In einem anderen Zug, so ist es in einer weiteren Eingabe zu lesen, sei der Hitlergruß die »gängige Begrüßung« beim Betreten einer Stube gewesen. Ein Hauptgefreiter soll ausländerfeindliche Sticker verteilt haben. Ein anderer, heißt es in einer Eingabe, habe Kameraden mit »du Jude« angesprochen oder als »Judensau«.



Das ist was ganz Anderes. Der “freiwillige” Militärdienst ist ein Vollzeitjob mit in der Regel sehr langen Vertragslaufzeiten und Kündigungsfristen für nicht unbedingt attraktive Gehälter und ohne große Perspektiven für spätere zivile Berufsausübung. Der freiwillige Dienst beim THW (oder anderen Zivilschutzorganisationen) ist ehrenamtlich, man macht das also neben seinem ganz normalen Leben. Dazu hat Zivilschutz nur insofern mit Krieg zu tun, dass der halt auch zum Einsatz kommt, wenn ein Krieg entsprechende Schadenslagen erzeugt. Hauptsächlich ist das ganz normaler Katastrophenschutz und reguläre nichtpolizeiliche Gefahrenabwehr. Dienst an der Waffe und in letzter Konsequenz auch den tödliche Einsatz dieser Waffe gibt es halt nur beim Militär.
Dass solcher Müll wie “Verteidigung” am Hindukusch natürlich Leute abschreckt, die durchaus bereit wären, das für tatsächliche Verteidigung zu tun, ist klar. Dass auch von Nazis durchsetzte Führungsstrukturen abschreckend wirken ist auch klar. Aber gerade das wird nicht besser, wenn nur noch Nazis dahin gehen, denn dann kochen die Nazis im eigenen Saft und niemand hat den Arsch in der Hose, die zu melden, wie das in den Fällen aus dem Artikel zum Glück doch noch passiert ist.
Also, ich denke Zwangswehrdienst würde da auch nicht so den großen Unterschied machen. Da gibt es dann trotzdem noch eine Selbstselektion zu mindestens solange es Zivildienst gibt oder eben wie damals auch das THW als alternative zum Wehrdienst ohne Verweigerung. Und die Paar gruppenzwangresistenten die sich trotzdem zur BW verirren werden dann von den bereits vorhanden Nazis in höheren Positionen schikaniert und rausgeekelt. Vielleicht halten die sich dann vor Wehrdienstleistenden etwas zurück mit den ganz krassen Sprüchen aber das war es dann auch. Jedenfalls war die BW zu Zeiten des Wehrdienstes wirklich nicht besser.
Ich denke die BW braucht eine grundlegende Reform. Weg von der Interventionsarmee, keine Option das als Karriere zu machen, mehr ehrenamtliche Reservisten, reine Verteidigungsauslegung. Ehr so wie in der Schweiz. Dann kann es meinetwegen auch wieder Wehrdienst geben und die Leute bleiben dann vermutlich auch lieber da.
Das steht außer Frage. Optimal wäre es, den Laden zugunsten eines gemeinsamen EU-Militärs ganz abzuschaffen, allerdings fehlt für so tiefgreifende Änderungen aktuell die Zeit. Aber die krassen Nazis rausschmeißen ist eigentlich das Mindeste, was man machen muss.