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    12 days ago

    Nachdem ich mal da ums Eck gewohnt hab und diverse Surfer kenne,aber auch die Kollegen die als Strömungsretter die andere Seite der Geschichte sehen mal ein paar Gedanken:

    • Die IG Surfen betreibt seit Jahren die Welle an der Floßlände. Die ganze Geschichte von wegen die Vereine können nicht Betreiber sein ist also relativ.

    • Die Welle läuft seit Jahr und Tag nur mit Einbauten - ansonsten ging sie nur in ca. 1/3 des Jahres, nur hatte sich zuletzt immer mehr Sediment angelagert und tlw. waren die Einbauten auch einfach"im Flusssediment eingewandert". War auch durchaus üblich,dass gerade als die Welle populär wurde,dass der eine oder andere etablierte Surfer den Newcomern durch das lösen von Leinen die Welle “abstellte”. (Kommt sogar im Film Keep Surfing vor wenn ich mich recht erinnere)

    • Man darf imho eines nicht vergessen: Es ist dieses Jahr jemand zu Tode gekommen. Auch wenn man nicht nachweisen konnte, woran sich die Leash der Frau verfangen hatte ist klar: Es war irgendwas - ob Einbau oder Treibgut ist unklar,Fakt ist: Da war was,was nicht hingehörte. Und es ist klar,dass die Kollegen der Strömungsretter der BF München ihr Leben riskierten sie raus zu holen,das es sich um einen hochdramatischen Einsatz handelte bei dem ein Kollege selber in eine kritische Situation geriet und sicherlich alle beteiligten Narben in ihrer Seele behalten werden.

    • Aus dem Unfall sind Ermittlungend der Staatsanwaltschaft entstanden in denen klar die mangelnde Sicherung der Welle durch die Stadt bemängelt wurde. Selbst die StA München sprach von einem “blauen Auge” mit dem die Stadt nochmal weg gekommen ist. Ein einfaches “weiter so” ist eben so nicht möglich.

    • Die Stadt ist den Surfern durchaus in der Vergangenheit massiv entgegen gekommen - fängt bei der Übernahme des Eisbach vom Freistaat an, bei der Allgemeinverfügung die weitaus liberaler ist als alles was man für möglich hielt und nicht zuletzt die Installation der Fluchtlichtanlage

    • Das vorher nichts passiert ist, bevor dieses Jahr die junge Frau starb ist schlichtweg falsch. Ich hab selber schon jemandem im RTW gehabt der sich Blödsinn verhakt hatte, ich weiß es von anderen aus den Surfernkreisen die schon Beinaheunfälle mitgekriegt haben,ebenso aus dem Kreis der Strömungsretter. Man hat im wesentlichen Glück gehabt bis jetzt - es gab ja auch mehr als genug tödliche Unfälle am.Eisbach insgesamt. (Mittlerweile weiß man übrigens ja auch,dass zwischen der Wiedereröffnung der Welle und der Bachauskehr mind. 2 Unfälle passiert sind)

    • Jetzt mal ehrlich: Was glaubt ihr passiert normalerweise wenn jemand nachts an einer Brücke (die in Teilen afaik denkmalgeschützt ist, aber da bin ich mir jetzt nicht sicher)mit dem Akku-Bohrhammer im wassernahen Bereich(= potentieller Bauschaden) große Bohrhaken anbringt und unter Wasser Seile und Balken anbringt? Wir reden hier von Lasten die viele Tonnen betragen und von Einbauten an denen sich ggf. Treibgut verfängt was dann zu einer massiven Mehrbelastung führt die ggf. auch Kanalaufwärts zu Problemen führt.

    • Gleichzeitig ist relativ eindeutig, dass die Eisbachwelle, wenn sie bewusste Einbauten bekommt eine Sportstädte wird - dann sieht die Haftung für die Stadt tatsächlich ganz anders aus. Da gibt es auch keine große juristische Diskussion darum.

    • Man muss auch ein wenig beachten: Es gibt hier zwei “Vereine” - die IG und den Surfclub - die sich untereinander nicht unbedingt grün sind und insb. letzterer wirft der IG immer die Nähe zur Stadt vor und ist generell gerne der lautere um.sich zu profilieren.

    • Die Stadt hat,wenn man den Aussagen der Stadt, der Presse und auch Teilen der Surfer glauben darf immer Angeboten,dass die Clubs den Betrieb übernehmen und dafür auch richtige - sichere - Einbauten tätigen dürfen. Das war sogar schon VOR der Bauchauskehr Thema und wurde von den Clubs immer von sich gewiesen.

    • Der Hauptstreitpunkt der vergangenen Wochen ist auch eigentlich nicht die Entfernung jetzt sondern ein anderer Punkt: Der geplante “Wiederaufbau” des Sediments unter wissenschaftlicher Begleitung hätte drei Monate gebraucht - in dieser Zeit hätte die Stadt das Surfen.aufgrund der umfangreichen dafür notwendigen Einbautrn untersagt. Das war wohl die “KO-Forderung.” Nochmal: Es ist letztes Jahr jemand gestorben weil sie sich unter Wasser verhakte. Das man nun die Antragsunterlagen als “unschaffbar” vorschiebt halte ich für einen Strohman.

    Man sei mir nicht böse,aber ich bin ein wenig genervt von der Art und Weise des lauten Teils der Surfer-Community. Man stellt Forderungen an die Stadt (und zwar ohne groß entgegen zu kommen), unterläuft die Verhandlungen ständig mit Nacht-und-Nebel Aktionen(sowohl als die Welle nach dem Todesfall gesperrt war, als auch jetzt mehrfach) und will im Prinzip “alles und zwar jetzt und sofort”. Mich erinnert diese Haltung mehr oder minder an die Menschen die man immer häufiger am Berg trifft - die Natur muss ohne Rücksicht auf Verluste auf eigene Bedürfnisse als Sportgerät dienen, selbst Verantwortung oder Vorsorge treffen will man aber nicht & dafür müssen andere dann schnell helfen wenn es schief geht.