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Ein krasser Einschnitt für die psychotherapeutische Versorgung, den der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen spontan, ohne große Medienaufmerksamkeit und auch schon im nächsten Monat mal eben durchdrücken will: Einfach die Honorare für Psychotherapeut:innen um 10% kürzen (statt sie inflationsbereinigt anzuheben).
Man muss wohl zu dem Schluss kommen, die GKV finden, wir hätten zu viele Psychotherapeut:innen. Oder dass die vorhandenen Praxen zu viele Kassenpatient:innen behandeln, und zu wenig private? Denn das wäre in der Realität natürlich die einzige Folge dieser Anpassung: Weniger Therapieplätze für die gesetzlichen Kassen, oder gleich weniger Absolvent:innen, die Lust haben, eine Praxis aufzumachen.
Jeder, der schonmal wochen- oder monatelang auf der Suche nach einem ambulanten Therapieplatz war, muss da eigentlich sauer werden.
Medial bis jetzt trotzdem eher ein Nischenthema:


Es ist traurig, wie kurzfristig das gedacht ist und wie bitter das wird. Das ist schon fast eine dieser trumpschen Sabotagen, die absichtlich gemacht werden, um alles zu zerstören. Wir wissen, dass ein niederschwelliger, frühzeitiger Zugang zu Psychotherapien wichtig ist. Das ist auch allen logisch: Der Glückspielsüchtige verzockt nicht so viel Geld. Der Depressive kommt vllt. wieder auf die Beine und verliert nicht seinen Job. Der Alkoholiker oder der Drogensüchtige kommt da vllt. auch raus bevor er völlig abstürzt. Die magersüchtige Jugendliche bekommt Hilfe bevor die schlimmen Gesundheitsschäden kicken. Menschen bekommen Zugang zu den benötigten Medikamenten, die ihnen helfen. Und so weiter und so fort.
Das hier zu verhindernde Leid ist immens - und wir wissen auch, dass dies logischerweise auch volkswirtschaftlich Sinn macht. Es senkt sogar die Krankenkassenkosten im Allgemeinen und das wissen auch die Krankenkassen. Die Psychotherapie ist hier Prävention von etwas viel, viel schlimmeren - was halt jedem irgendwie auch klar sein soll. Wenn du einen Magersüchtigen nicht schnell behandelst, wirst du als Krankenkasse enorme Folgekosten tragen. Leitest du einen Alkoholiker schnell in Therapie, verhinderst du diverse Folgeerkrankungen. Und so weiter und so fort.