• CyberEgg@discuss.tchncs.de
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    4 hours ago

    Tjoa. In einem Land, in dem man teils etlixhe Monate auf Facharzttermine warten muss und die Versorgungsdecke insbesondere im ländlichen Bereich immer dünner wird, kann man es den Patient*innen kaum vorwerfen, wenn sie solche Angebote annehmen. Und im Kapitalismus ist es nunmal so, dass wenn es einen Bedarf gibt, der nicht gedeckt wird, gibt es auch einen geldgierigen Konzern, der früher oder später ein entsprechendes Angebot machen wird.

    Jetzt gibt es drei Möglichkeiten. Entweder, man spricht eine Warnung aus, oder man sorgt dafür, dass die Versorgungslage besser wird oder man arbeitet mit besagtem Konzern zusammen, bietet Aus- und Weiterbildungen an, damit die Tests sicher durchgeführt und sauber ausgewertet werden können, teilt Laborkapazitäten (stockt sie ggf auf) etc.

    Einfach nur warnen und es dabei belassen bringt nichts, aber Hauptsache, man war dagegen.
    Die Versorgungslage auf ein stabiles Niveau zu bringen wäre das beste, dafür braucht es aber auch entsprechenden politischen Willen - oder anders gesagt, mit unserer derzeitigen Regierung wird das nichts.
    Wie umsetzbar drittens ist, kann ich nur schwer beurteilen, aber es scheint mir doch die am ehesten machbare Option mit dem größten Gewinn für die Patient*innen zu sein.

    • MrFloppy@feddit.org
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      2 hours ago

      Besser kann man es kaum zusammenfassen.
      Mein nähester Augenarzt kümmert sich pro Quartal um die Kassenpatienten bis sein Kontingent voll ist - meist ist das bereits nach 4-6 Wochen der Fall. Die restlichen Wochen bis Quartalsende nimmt er nur noch Privatpatienten und Notfälle an. So traurig läuft das schon seit Jahren (und weiß ich nur von einer Auszubildenden, die ich privat kenne)

    • JensSpahnpasta@feddit.org
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      3 hours ago

      Das sehe ich auch so - wir brauchen eine vernünftige Gesundheitsvorsorge und irgendwie funktioniert das aktuelle System nicht vernünftig. Grundsätzlich ist es ja irgendwie der deutsche Weg, dass alles, was irgendwie komplexer ist, per Gesetz nur von speziell dafür ausgebildeten Spezialisten mit Prüfung, Zertifikat und mehrjähriger Ausbildung gemacht werden darf. In der Praxis stößt das dann aber an harte Limits, weil es halt einfach diese Experten nicht gibt und/oder sie halt arschteuer sind und ewige Wartezeiten haben. Theoretisch darfst du ja noch nicht mal einen kaputtes Stromkabel am Staubsauger selbst reparieren und müsstest dafür zum Elektriker. Der das nicht macht, weil er andere Dinge zu tun hat. Oder dafür mehr Geld nimmt als ein neuer kostet.