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    1 day ago

    In erster Linie lasse ich mir ungern Schlussfolgerungen in den Mund legen, insbesondere nicht, wenn sie auf Glaubenssätzen beruhen, die mich nicht überzeugen - das verstehst du sicher, denn ich denke, du würdest das auch nicht wollen. Gleichermaßen halte ich nichts davon, was ich geschrieben habe, für reflexartig, sondern wir sind lediglich im Dissenz über einige Dinge.

    Ich halte es für unrealistisch und vor allen Dingen nicht nachhaltig, Systeme zu sprengen, mit denen man nicht zufrieden ist. Man kann auch innerhalb eines als antagonistisch interpretierten Systems alternativ agieren und das ist - anders als von dir suggeriert - nicht ein automatischer Todesstoß für den Versuch. Du kannst dich ja umgekehrt auch gern fragen, was wohl nützlicher ist, dagegen sein oder aktiv anders handeln.

    Ich weiß nicht, ich bedaure irgendwie, dass du so viele freie Annahmen benötigst, um deine Sicht der Dinge zu verargumentieren, weil du, wie mir scheint, meinesgleichen nichtsdestotrotz als etwas per se schlechtes erachtest oder etwas, das gerade im Embryostatus einer bösen Entität zu sein scheint. Das kann man so sehen, aber halt auch nur, wenn man da viele Vorurteile hat oder in Schubladen denkt. Ich teile deine Ansicht überhaupt nicht, dass die Lösung zu mehr Gerechtigkeit in der Verstaatlichung sämtlicher Bestrebungen liegt. Ich hätte indes gern mehr Chancengleichheit für kleine Unternehmen, mehr Motivation, die eigenen Ideale und Visionen in diesen zu manifestieren, anstatt sie direkt mit dem gleichen Maß zu messen, das man (zu Recht) großen Figuren in diesem Spiel gegenüber anbringt. Nicht alle sind per se Egoisten und nicht jeder wird automatisch böser Kapitalist. Das weiß man meist erst so richtig, wenn man sich einmal auf diesen Weg begibt und spürt, wie dornig er ist. Trotzdem bleiben manche von uns einfach Idealisten und daran ist nichts verkehrt.

    • Obin@feddit.org
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      7 hours ago

      weil du, wie mir scheint, meinesgleichen nichtsdestotrotz als etwas per se schlechtes erachtest oder etwas, das gerade im Embryostatus einer bösen Entität zu sein scheint.

      Du scheinst kognitiv nicht in der Lage hier eine systemische Betrachtung durchzuführen. Das wiederum finde ich sehr schade, weil das es dir schwer machen wird deinen eigenen Impact auf das System korrekt einzuschätzen und den negativen Konsequenzen deiner eigenen Machtposition über deine Mitarbeiter langfristig aus dem Weg zu gehen. Und ja, dieser Shift der Perspektive, durch Reichtum und Erfolg ist wissenschaftlich belegt. Das heißt nicht, das wird bei dir passieren, sondern das passiert oft. Du wärst nicht der erste Unternehmer der von guten Vorsätzen am Anfang irgendwann Dinge denkt, wie dass den Mitarbeitern Gewerkschaften und Betriebsrat auszureden (oder Lobbyismus in diese Richtung zu betreiben) zu ihrem eigenen Wohl wäre. Das Problem liegt in dieser Machtposition selbst, nicht darin ob oder wie stark du sie (in diesem Moment) ausnutzt. Dass unser System das ermöglicht ist das Problem und solange es möglich ist, wird es immer mehr Arbeitgeber geben, die sie ausnutzen als die das nicht tun.

      Ich teile deine Ansicht überhaupt nicht, dass die Lösung zu mehr Gerechtigkeit in der Verstaatlichung sämtlicher Bestrebungen liegt.

      lesen -> verstehen -> nichts dazu erfinden -> antworten:

      (i.e. Kooperativen, Genossenschaften und Staat)

      Zur Klarstellung: Den Staat würde ich hier überhaupt nur als Arbeitgeber in der Verwaltung, Infrastruktur, Gesundheitssystem usw. sehen. Alles andere wäre idealerweise in Kooperativen, also abgedroschen sozialistisch “Produktionsmittel in Arbeiterhand”. Die Größe des Unternehmens spielt da erst mal keine Rolle. Ein solches System würde aber auf jeden Fall kleine Unternehmen fördern, weil es die Problematik mit der Notwendigkeit zu unendlichem Wachstum umgeht. Die Erträge würden irgendwann einfach nur noch mit den Mitarbeitern skalieren, wohingegen im Kapitalismus immer neue Märkte erschlossen werden müssen, Konkurrenz aufgekauft werden muss und mehr (produktive) Mitarbeiter immer nur noch mehr Gewinn für den Unternehmer versprechen. Kannst dir also überlegen ob es dir tatsächlich um bessere Chancen für kleine Unternehmen geht, oder um bessere Chancen für dein kleines Unternehmen.

      Nicht alle sind per se Egoisten und nicht jeder wird automatisch böser Kapitalist.

      Man ist Kapitalist in dem Moment, in dem einem ein Betrieb gehört und man andere für ihre Arbeit bezahlt, anstatt die Erträge gleichberechtigt aufzuteilen und gleichberechtigt die Entscheidungen zu treffen. Das ist keine Meinung, das ist einfach nur die Definition des Wortes. Ob du “böse” (du bist hier der, der immer wieder diese Begriffe verwendet) oder ein Egoist bist steht auf einem anderen Blatt, aber ein Idealist bist du an dem Punkt mit Sicherheit schon nicht mehr, höchstens vielleicht in der verzerrten Selbstwahrnehmung.

      • aaaaaaaaargh@feddit.org
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        5 hours ago

        Solange du mit Unterstellungen wie kognitiver Unzulänglichkeit Argumente einleitest und weiterhin ausführlich Unterstellungen und Stereotypisierung wir am Fließband lieferst, fürchte ich, dass unsere Unterhaltung nicht weiter stattfinden wird. Wenn du an ernsthaftem, konstruktiven Austausch Interesse hast, gern, aber bitte nicht stumpfe Implementierung des persönlichen Narrativs, da steige ich automatisch aus.

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      14 hours ago

      als etwas per se schlechtes erachtest oder etwas, das gerade im Embryostatus einer bösen Entität zu sein scheint.

      Nicht alle sind per se Egoisten und nicht jeder wird automatisch böser Kapitalist.

      Ich glaub du hebst hier was auf ne moralische ebene die dein gegenüber gar nicht aufmacht. Dein gegenüber beschreibt nur die Mechanismen und Anreize die in unserem System ganz einfach existieren. Das hat erstmal keine moralische Wertung.

      Es wurde ja sogar explizit gesagt, dass man Kapitalisten von ihrem Kapital trennen muss weil das eben nicht alles böse Schnurrbart zwirbelnde Bösewichte sind, sondern weil das System so gebaut ist, dass die Auswirkungen so sind wie sie sind.