»Beweg jetzt deinen geilen Arsch raus, ich will dich endlich ficken!«
»Ficken Sie, solange der Schwanz hart ist«
»Wie fühlt es sich eigentlich an, zu wissen, dass dich jeder hier vergewaltigen könnte? Rauskommen würde ja eh nichts, sagt ja keiner was.«
»Mal so theoretisch: Wenn du an der Front fallen würdest, fändest du es arg schlimm, wenn wir alle über deine Leiche mal drüberrutschen würden, solange sie noch warm ist? Ich mein, dann hast du wenigstens eine gute Sache für die Kompanie getan.«
So hieß es in der Eingabe einer Soldatin, es sei offenbar gang und gäbe, dass Mannschaftssoldaten beim Betreten einer Stube »Sierra« riefen – und der Rest dann »Hotel!« zurückbrülle. Sierra und Hotel sind Buchstaben aus dem Nato-Alphabet, sie stehen für S und H. Jeder habe gewusst, heißt es in der Eingabe, dass damit »Sieg Heil!« gemeint gewesen sei. In einem anderen Zug, so ist es in einer weiteren Eingabe zu lesen, sei der Hitlergruß die »gängige Begrüßung« beim Betreten einer Stube gewesen. Ein Hauptgefreiter soll ausländerfeindliche Sticker verteilt haben. Ein anderer, heißt es in einer Eingabe, habe Kameraden mit »du Jude« angesprochen oder als »Judensau«.



Ja, das hab ich auch direkt gedacht. Als habe es diese Probleme nicht auch schon vor Abschaffung der Wehrpflicht gegeben… von Folterskandalen (Coesfeld, anyone?) bis über rechtsextreme Skandale war doch alles dabei. Ich selber habe miterlebt, wie sowohl Ausbilder als auch GWDLer recht offen ihr rechtsradikales Weltbild in der Kaserne gelebt haben. Wenn man bei uns über den Flur lief, gab es z.B. überall rechte Musik (Onkelz und sowas, sehr beliebt war etwa „Er ist ein M*hr und muss verschwinden“).
Dass eine allgemeine Wehrplficht hier irgendwas helfen würde, ist eine höchst naive Vorstellung.