• realitaetsverlust@piefed.zip
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    7 days ago

    Selbst trotz Manteltarif ist die Bezahlung bodenlos … Und dann kommt so’n Dulli wie ich daher und “arbeitet” gemütliche 24 Stunden pro Woche, 100% daheim am Rechner, für eine unverhältnismäßig hohe Bezahlung, nur weil meine Interessenlage zu einem Kompetenzprofil geführt hat, das die unsichtbare Faust des Marktes für äußerst profitabel und nutzbar hält.

    Gut, das ist aber auch nicht das Problem. Die Pflege ist einfach nicht so profitabel wie die Entwicklung von irgendwelcher IT-Infrastruktur. Ich hab mal für ein Unternehmen gearbeitet, was mit Pflegeunternehmen gearbeitet hat und hab paar Abrechnungen gesehen - da wird finanziell teilweise schon extrem am Pfannenboden gekratzt, gerade, wenn keine Förderungen der Stadt zugeschossen werden. Klar gibt es die Ausreiser, die nach 6 Monaten nen neuen Ferrari leasen, aber das sind - in meiner Erfahrung - eher die Ausnahmen. Pfleger bringen einfach nicht die Kohle rein, die z.B. ausgebildete Informatiker o.ä. reinbringen. Das ist aber auch soweit alles okay.

    Der Fehler ist, dass systemkritische Dinge wie Pflege oder das Gesundheitswesen überhaupt in privater Hand liegen und demnach Profit abwerfen müssen … das ist das Dämliche. Es geht hier um die Gesundheit von Menschen, da sollte kein privater Investor dahinterstehen und die Hand aufhalten. Sobald Profiterwartung dabei ist, wird automatisch an allen Ecken und Enden gespart. Dass die Gehälter gedrückt werden, ist ja nur eine Sache, es wird ja auch an Patienten gespart. Ich hab mal nen Artikel gelesen, dass z.B. das Krankenhausessen in fast allen Stichproben UNGESUND ist. Im fucking KRANKENHAUS … https://www.apotheken-umschau.de/news/essen-in-deutschen-krankenhaeusern-ist-oft-ungesund-und-klimaschaedlich-1378485.html

    Die Pflege, Krankenhäuser etc. MÜSSEN in staatlicher Hand und ohne Gewinn oder sogar Selbsterhaltungserwartung geführt werden. Genauso wie der ÖPNV, Bildung etc. In der drittgrößten Volkswirtschaft der Welt sollte dieses Geld eigentlich da sein.

    • Flipper@feddit.org
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      7 days ago

      Ich lag mit 23 mal für 1½ Wochen im Krankenhaus. In der Zeit hab ich fast 5kg abgenommen. Das lag nicht daran das ich Fett war mit meinen 1,86m und 72kg. Sondern einfach das die Portionen gottlos klein waren das ich exakt einmal satt war, nachdem ich 2 Portionen Krankenhausessen und ne komplette fucking Pizza gegessen hatte.

      Das Essen reicht vielleicht aus für 93f mit gebrochener Hüfte. Aber nicht für einen durchschnittlichen jungen Erwachsenen mit etwas Muskulatur.

      • realitaetsverlust@piefed.zip
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        7 days ago

        Jup. Meine Freundin hatte so ein Szenario - die hat 7 (Keine Hyperbolie - gezählt!) Schupfnudeln zum Mittagessen bekommen mit einer aufgelösten Fertigtomatensoße, wo man das Pulver noch rausgeschmeckt hat, weils nicht ordentlich aufgelöst wurde. Und wenn diese Frau nach dem Essen noch Hunger hat als jemand, die kaum nen Döner komplett aufgegessen bekommt, dann muss da definitiv was falsch sein.

        Neben ihr lag eine Privatpatientin, die regelmäßig so Mitleid mit ihr hatte, dass sie ihr Essen mit ihr geteilt hat, weil die ein 3-Gänge Menü (wieder keine Hyperbolie) bereitgestellt bekommen hat.

      • Edna (dey/sie)@feddit.org
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        7 days ago

        Ja die es werfen halt nur nen paar Euro pro Person und Tag an Budget bereitgestellt. Trotz Mengenrabatt kommt da halt erwartungsgemäß wenig bei raus. Mittlerweile sind die meisten KH-Küchen übrigens outgesourced um weiter Kosten zu drücken.

    • Edna (dey/sie)@feddit.org
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      7 days ago

      Die öffentliche Hand ist genauso am Lohn drücken, dieses Jahr in der Tarifrunde haben sich die Arbeitgeber in den ersten Verhandlungsrunden geweigert unser Angebot anzugucken und nen Gegenangebot zu machen.

      Manchmal kriege ich traurige Augen, wenn ich erzähle wieviel ich ausgelernt verdienen werde. Hinzu kommt, dass sich Arbeitgeberinnen weiterhin weigern in der Pflege Praxisanleiterinnen höher zu stufen für ihre Weiterbildung oder Studiengänge angemessen zu entlohnen (außer Management ;) ).

      Das liegt auch daran, dass die Kommunen flächendeckend pleite gehen und es weder Bund noch Länder scheinbar juckt. Viel der Versorgung hängt daran und wenn die Kommunen es nicht mehr stemmen können sehen sie sich gezwungen es abzugeben. Das Krankenhaus wo ich arbeite schreibt seit Jahrzenten rote Zahlen bloß jetzt wird sich auf einmal dran gestört.

      • realitaetsverlust@piefed.zip
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        7 days ago

        Die öffentliche Hand ist genauso am Lohn drücken

        Das kann man aber durch Wahlen etc. beeinflussen.

        Das Krankenhaus wo ich arbeite schreibt seit Jahrzenten rote Zahlen bloß jetzt wird sich auf einmal dran gestört.

        Das sollte in einem Krankenhaus halt eigentlich auch egal sein … Krankenhäuser sollten der Gesundheitspflege dienen und nicht als gewerbliches Unternehmen. Manchmal denke ich mir, dass wir vlt. diese endlosen Milliarden, die wir in die Krankenversicherung buttern, einfach direkt zur Finanzierung von Krankenhäusern und Ärzten nutzen …

      • Das Känguru@feddit.orgB
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        7 days ago

        Arbeitgeber

        Eigentlich ist der sogenannte Arbeitgeber der Arbeitnehmer und der sogenannte Arbeitnehmer der Arbeitgeber.